Neuseeland hat eine ganz eigene Art von Glühwürmchen – die aber eigentlich Mückenlarven sind. Sie sind vor allem an dunklen, feuchten Orten zu finden. 6-12 Monate verbringen die Mücken im Larvenstatus und fangen ihre Nahrung, indem sie Fäden von sich herunterhängen lassen, in denen sich die Nahrung dann verfängt.
Wer schon mal Glühwürmchen gesehen hat, erinnert sich vielleicht an ein gelbliches, grünliches Licht. Die in Neuseeland leuchten allerdings eher grün-türkis-blau (Chris und ich sind uns da uneinig…). Anfangs haben wir uns sogar gefragt, ob es kleine LEDs sind, aber nein. Es sind tatsächlich Glühwürmchen.
Nachdem wir sie schon im Wald beim Mitai Maori Dorf kurz gesehen haben, haben wir uns erst recht darauf gefreut, noch einmal ein paar mehr der Glühwürmchen in den Waitomo Höhlen zu sehen.
Dort sind wir am nächsten Tag Teil einer Führung durch ein großes, beeindruckendes Höhlensystem gewesen, die uns zuerst einiges über die Höhlen und deren Entstehung erzählt hat, bevor es schließlich zu den Glühwürmchen ging. Fotos waren in der Höhle leider für die meiste Zeit nicht erlaubt. Während der erste Teil der Führung durch hell beleuchtete Teile der weißen Höhle ging, war der Teil mit den Glühwürmchen im stockdunklen unteren Teil, der zudem zur Hälfte unter Wasser stand. Zuerst konnten wir ganz nah im Licht der Taschenlampe die Fäden sehen, mit denen sie ihr Essen fangen und dann ging es in ein Boot.
Uns wurde gesagt, wir sollten nicht reden und sonst auch keine großen Geräusche von uns geben. Mit dem Boot sind wir in die fast komplette Finsternis der Höhle gefahren – und über uns gingen die Sterne auf. Oder zumindest sah es so aus! Überall an der Decke und auch an den Wänden saßen tausende kleine leuchtende Pünktchen. Als einziges konnte man die Wellen hören. Getuschelt wurde überhaupt nicht. Jeder war vollkommen beeindruckt von dem Naturschauspiel, das sich uns in diesem Augenblick bot. Fotos waren hier zwar erlaubt, aber können nicht das ganze Ausmaß der Lichter transportieren, da sich das Boot bewegt und die Höhle extrem dunkel ist. Das ist ein Erlebnis das man eben selbst gesehen haben muss.

Für ein paar Minuten waren wir wie in einer anderen Welt. Aber auch das musste enden und wir haben das Boot wieder verlassen. Die Tour war zu Ende und Chris und ich haben uns noch einem kleinen Weg durch den Wald und einer weiteren Höhle gewidmet, um die Natur noch ein bisschen mehr zu genießen.



