Wow. Kuba ist eine Klasse für sich. Darum wird dieser Artikel auch etwas länger.
Ich glaube, es ist das erste Land, in dem wir ernsthaft zu manchen Zeitpunkten dachten, dass eine geführte Tour besser gewesen wäre. Ein Hauptgrund dafür ist, dass das Internet nur sehr sehr eingeschränkt nutzbar ist. Kostenloses Wifi gibt es so gut wie nie. Wenn man Glück hat, dann hat man eine Stunde bei der Unterkunft inkludiert, da die Kubaner ihr Internet eben auch nach Zeit zahlen. Oder man geht in ein Restaurant, wo es ein Schild gibt, auf dem „free Wifi“ steht. Dann muss allerdings auch gerade mal kein Stromausfall sein, sonst kann man das auch vergessen.
An sich haben wir nicht allzu viel Stress damit, mal kein Internet nutzen zu können, allerdings wird es schwierig, wenn man herausfinden will, wofür eine Stadt eigentlich bekannt ist und was man anschauen sollte und auch will. Natürlich könnte man das alles bis ins kleinste Detail vorher rausfinden, aber für uns ist das auf einer Weltreise ein bisschen schwierig, weil wir uns ja auch mit dem Land beschäftigen wollen, in dem wir gerade sind, und nicht immer nur mit dem nächsten und übernächsten.


Wie wir Internet genutzt haben, könnt ihr am Ende des Artikels Havanna – der erste Streich nachlesen.
Wir sind heilfroh, dass wir Unterkünfte und Busverbindungen in die entsprechenden Städte Kubas schon im Vorland gebucht haben. Wir haben nämlich erfahren, dass sich die Busverbindungen zwischen den Städten, die hauptsächlich für Touristen eingerichtet sind, gar nicht mehr buchen lassen, wenn man in Kuba ist. Dann kann man nur vor Ort an den Schalter gehen und hoffen, dass noch ein Platz frei ist. Und das kommt nicht oft vor, weil viele Busse nur einmal am Tag fahren. Und selbst der Prozess vor Ort zu kaufen ist mit vielen Problemen verbunden.
Allerdings ist der Bus für Touristen, der so genannte Viazul-Bus, relativ pünktlich. Unsere größte Verspätung war einmal 30 Minuten. Ansonsten waren es allerhöchstens 10 Minuten. Teilweise waren wir sogar früher da.




Kurzstrecken-Busse und Taxis gibt es in den wildesten Variationen. Von einer Pferdekutsche über Moped-Rikschas und Fahrrad-Rikschas bis hin zu den typischen Oldtimer-Taxis. Natürlich gibt es auch die normalen Taxis – aber das wäre ja langweilig! Wir haben in Viñales zu einer Höhle ein Taxi genommen und diese Fahrten sind oft so aufgebaut, dass dich die Fahrer zu einem oder mehreren Orten bringen, dort dann oft warten, bis du fertig mit dem Sightseeing bist (in Viñales hat er knapp zwei Stunden auf uns gewartet) und dich dann wieder nach Hause fahren. Am Anfang macht man mit dem Fahrer einen Preis aus und der gilt dann für den Tag. Die Fahrt in Viñales hat beispielsweise ca. 20min hin und 20min zurück gekostet sowie zwei Stunden Warten für den Fahrer. Dafür haben wir 25 Euro gezahlt, die wir durch die vier Mitfahrenden teilen konnten. Leider muss man oft ein Taxi nehmen, weil Kurzstreckenbusse außerhalb der Städte Mangelware sind.
Übrigens haben wir immer wieder Apple-Logos auf den Bussen gefunden. Und wir sind uns ziemlich sicher, dass sie nichts mit Apple zu tun haben und Apple sicherlich auch nicht davon weiß…



Die Benzinknappheit im Land hat uns allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht, da der Transport (abgesehen von den Fernbussen, die wir schon gebucht hatten) dadurch teurer war.


Pferde und Ochsen sind in Kuba wohl vor allem wegen des Benzinmangels sehr wichtig. Sowohl für den Transport als auch für die Landwirtschaft. Wir haben sehr viele Pferdekutschen gesehen und das nicht nur auf dem Land, sondern auch viele in der Stadt.





Aufgrund des Rohstoffmangels wurden die in der Landwirtschaft eingesetzten Maschinen irgendwann wieder gegen Ochsen eingetauscht, sodass man davon auch viele sieht.
Die Pferde und Ochsen stehen oft einfach so irgendwo rum. Meist sind sie angebunden, aber manchmal laufen sie auch einfach in der Gegend rum.

Aber nicht nur Tiere, sondern auch Menschen stehen am Straßenrand rum. Eine unglaublich große Anzahl fährt per Anhalter. Wir gehen davon aus, dass es daran liegt, dass Autos hier sehr teuer sind und natürlich aufgrund des Benzinmangels. So haben unsere Busse oder Taxifahrer auch schon mal zusätzliche Leute mitgenommen.

Flugzeuge haben wir in unserer ganzen Zeit in Kuba eigentlich nur in Havanna gesehen. Es war sehr spannend nach oben zu gucken und weit und breit keine zu sehen.
Alles in allem ist Kuba ein sehr billiges Land, was Transportmittel angeht. Wir haben ohne den Hinflug für Taxis und Busse in Kuba etwa 121 Euro ausgegeben. Das sind 6,80 Euro im Schnitt pro Tag und Person.
Das Thema Geld war problematisch – aus zwei Gründen:
1. ist der Umrechnungskurs ständig anders. Offiziell ist er 1:25. Im Land am Automaten allerdings 1:130. Und wenn man die Einheimischen fragt, wie viel der Dollarpreis denn jetzt eigentlich in Pesos ist, weil man gern mit Pesos zahlen würde, dann bewegt sich das Ganze zwischen 1:170 und 1:190. Das Umrechnen ist also ein wenig nervig und inkonsequent.
Grundsätzlich wird Touristen der Preis oft in Dollar oder Euro genannt. Wir haben zum Glück noch von unserem USA-Aufenthalt Dollar übrig gehabt und haben viel damit gezahlt, weil die Einheimischen den gleichen Umrechnungskurs für Dollar und Euro haben und wir mit Dollar dadurch billiger gefahren sind. Etwa 200 Euro haben wir in Pesos umgewechselt und sind damit die 2,5 Wochen gut klar gekommen. Gerade weil man eigentlich auch so gut wie alles in Euro oder Dollar zahlen kann. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir wahrscheinlich viel mehr kleine Euro- und Dollarscheine mitgenommen. Die sind aber knapp geworden, sodass wir einen 100-Euro-Schein in Pesos klein gemacht haben. Auf einem Markt. Mehr zum Thema Geld findet ihr in diesem „Es war einmal…“-Artikel.
Da die Einheimischen für die bereits erwähnten speziellen Importwarenartikel und auch für andere Transaktionen sowieso Euro oder Dollar bevorzugen, kann man zwar mit Pesos alles bezahlen, aber unser Geld ist ihnen lieber – und das machen sie dann manchmal auch am Umrechnungskurs deutlich. Wir wurden zum Beispiel auf der Straße auch schon angebettelt, Euromünzen in Pesos umzutauschen. Diese Richtung des Umtauschens hatten wir da zum ersten Mal, weil die Kubaner Euro und Dollar zwar zum Aufladen ihrer Karten für die Importläden brauchen, Münzen aber absolut gar nicht brauchen können, weil sie sie nicht umtauschen können. Er hatte uns allerdings angeboten, die Münzen 1:200 umzutauschen. Was zum einen für uns ein sehr schlechter Kurs gewesen wäre und zum anderen brauchten wir unsere restlichen Pesos noch.
Generell, gerade weil man drei verschiedene Währungen hat, waren wir dauerhaft daran, die Preise in Euro, Dollar und Pesos umzurechnen, um herauszufinden, was für uns jetzt eigentlich besser ist. Außerdem: Wie viele Dollar haben wir noch? Für was brauchen wir sie? Wie viele kleine Euroscheine? Denn rausgeben wollen die Einheimischen nicht in Dollar oder Euro.
Allgemein lässt sich kaum etwas mit Karte zahlen. Kuba ist durch und durch ein Bargeldland.
Für uns wäre alles noch billiger gewesen, wenn wir anfangs nicht mit einem relativ schlechten Kurs am Automaten Geld geholt, sondern direkt auf den Märkten Geld mit den Kubanern getauscht hätten. Aber wer hätte das auch wissen sollen…

Alles in allem haben wir die Kubaner als freundliches und hilfsbereites Volk wahrgenommen. Das Problem war nur: Oft hatten wir das Gefühl, sie sind deshalb freundlich, weil sie hoffen, dass etwas Geld für sie dabei herausspringt oder weil wir z. B. schon die Unterkunft bezahlt hatten und vielleicht ja noch ein Abendessen mehr kaufen würden. Natürlich lässt es sich nicht pauschal sagen. Wir haben mit den Casa-Besitzern sowie zum Beispiel bei unserem Regenabenteuer in Matanzas gute Erfahrungen gemacht! Aber oft hatten wir eben auch den eben beschriebenen Eindruck. Es gab wenige Momente, aber es gab sie eben doch, wo uns ein wenig unter der Hand zusätzliches Geld abgeluchst wurde oder wo sich die Einheimischen beim Verhandeln so dargestellt haben, als würden sie unser Spanisch nicht verstehen (es war einfaches, klares Spanisch!). Das war sehr schade, denn wir hatten zuvor darüber nachgedacht, diesen Leuten Trinkgeld zu geben, wobei sie völlig legal und ohne irgendjemandem schlechte Laune zu machen, vielleicht sogar an mehr Geld und auch noch in Dollar-Währung gekommen wären. Trinkgeld gab es für diese Personen letztendlich nicht.
Das Essen in Kuba ist ein wenig kompliziert. Wir waren sehr selten in Restaurants. Wahrscheinlich kann man es an einer Hand abzählen. Der Grund dafür ist, dass wir nicht das Gefühl hatten, dass das Essen dort wirklich einwandfrei und besonders war und damit den preislichen Unterschied zu den Imbissständen wirklich wert gemacht hätte. Allerdings musste manchmal auch Abwechslung sein. Selbst in den Restaurants kommt man aber mit ca. zehn Euro inkl. Getränk gut hin.
Auch wenn wir nicht oft Essen waren, haben wir uns trotzdem bekochen lassen. Ca. alle zwei Tage haben wir uns für Frühstück in der Unterkunft entschieden. Das hat pro Person immer fünf Euro bzw. Dollar gekostet (und es war so reichlich, dass wir davon oft auch noch was für später eingepackt haben…). Einmal gab es sogar Crepe zum Frühstück, aber meist bestand es aus Spiegel- oder Rührei, Brot oder zwiebackartigem Gebäck, Wurst, Käse oder Marmelade, Kaffee oder Kakao, Saft, Gurke und/oder Tomate und Früchten. Vielen Früchten. Wir haben wahrscheinlich in Kuba mehr Früchte gegessen als auf unserer ganzen bisherigen Reise zusammengenommen! Vor allem Ananas ist hier sehr beliebt und gab es zu jedem Frühstück.





Das Abendessen in den Casa kostet zwischen sieben und zehn Euro und wir hatten das Gefühl, dass es das ist, was auch Einheimische essen. Oder dass es zumindest auf einheimische Art und Weise zubereitet war. Etwas, was wir in den Restaurants manchmal anders eingeschätzt haben.
Hauptsächlich haben wir uns von Essen bei Straßenständen ernährt – oder von Essen, das im Grunde aus dem Wohnzimmern der Häuser heraus verkauft wird. Dort gibt es hauptsächlich Brötchen mit Wurst oder auch Pastasauce! Kostenpunkt: 0,30 bis 0,60 Euro pro Stück. An jeder dritten Ecke gibt es auch einen kleinen Pizzaladen, der ähnlich wie die Brötchenläden aufgebaut ist. Meist verkaufen sie Käsepizza, die einen Durchmesser von ca. 20-25cm hat. Manchmal auch mit Schinken. Diese gibt es schon ab 0,40 Euro. Allerdings haben wir nach einigen Pizzen festgestellt, dass man vielleicht nicht immer die billigsten nehmen sollte. Diese sind oft labbrig und viel zu weich, als dass sie wirklich den Namen „Pizza“ verdienen.









Eine Sache muss noch unbedingt erwähnt werden: Ja, es gibt Coca Cola! Allerdings die Mexikanische (natürlich), die aber sowieso besser ist, da der Zuckergehalt nicht so hoch ist. Jedenfalls… Bestellt man eine Cola im Restaurant oder kauft sich eine Dose, kostet das zwischen 1,00 und 1,30 Euro. Eine Dose Bier bekommt man für ca. 1 Euro oder weniger. Cocktails haben wir schon für 0,77 Euro getrunken, aber auch für 5 Euro. Da kommt es ganz drauf an, ob man in einer Touristenstraße ist oder sich zur Happy Hour am richtigen Ort befindet. Eine Flasche 1,5l Wasser kostet zwischen 0,75 und 1,50 Euro. Unser Tipp aber ist: An den Essständen, an denen es auch die Brötchen und Pizza gibt, gibt es fast immer auch so genannte „Refresco“, Erfrischungen. Diese sind Fruchtsäfte (es ist immer wieder eine Überraschung aus welchen Früchten) und sie kosten pro Glas nur zwischen 0,05 und 0,15 Euro. Sie sind kalt (was bei 30 Grad im Schatten Gold wert ist) und werden aufgrund ihrer hausgemachten Art auch nicht langweilig.





Die Auswahl an Essen an den Straßenständen ist normalerweise nicht sehr groß. Dazu kommt auch noch, dass oft ein Großteil der Dinge, die zum Verkauf angeboten werden, gar nicht verkauft werden. Oft haben sie zum Beispiel keinen Schinken. Es kommt nicht selten vor, dass von sechs Auswahlmöglichkeiten dann nur noch zwei übrig bleiben.
Angebot und Nachfrage schwankt durch die Knappheit von Gefühlt allem auch ständig. In Trinidad hatte unser Gastgeber zum Beispiel aktuell gar keine großen Flaschen Wasser für uns. In anderen Städten haben wir sie für 100 Pesos bekommen, während in Trinidad der Durchschnittspreis am zweiten Tag bei 230 Pesos lag. Am Tag vorher haben wir in derselben Stadt noch Flaschen für 170 Pesos gesehen. Auch die Preise für Hamburger im gleichen Laden haben sich täglich geändert. Die Preise passen sich also täglich an Angebot und Nachfrage an.
Wenn man sich jetzt die Kosten anguckt, dann klingt das alles trotzdem relativ billig. Ist es auch! Aber es ist trotzdem nicht unser billigstes Land, was die Lebensmittel angeht. Mit rund 8 Euro pro Tag und Person bewegt es sich aber trotzdem auf jeden Fall im unteren Bereich unserer Lebensmittelausgaben pro Land.
Wieso ist es trotzdem nicht noch billiger? Wir sind der Meinung dass es an zwei Dingen liegt: Zum Einen haben wir die Ausgaben in unseren Casa. Die Unterkünfte selbst sind mit sage und schreibe 6,40 Euro pro Person und Nacht relativ billig. Die meisten Besitzer rechnen aber damit, dass man dort auch Frühstück und vielleicht sogar zu Abend isst. Durch diese zusätzlichen Ausgaben vor Ort erhalten sie Euro und Dollar in Bargeld. Wir haben die Frühstücke hauptsächlich deshalb in Anspruch genommen, weil es mal eine Abwechslung zu ständigen Brötchen und Pizza war. Das Essen in den Casa war im Grunde auch immer wirklich gut.
Das Hauptproblem beim Essen und sich selbst versorgen war: Es war nicht möglich. Faktisch gibt es keine sinnvolle Möglichkeit in Kuba, in einem Lebensmittelladen für einen oder zwei Tage einzukaufen. In der Theorie gibt es die Einkaufsläden, in denen man nur mit Kreditkarten in Euro oder Dollar zahlen kann (wir haben in diesem „Es war einmal…“-Artikel schon davon geschrieben), aber praktisch werden sie von den Einheimischen kaum genutzt. Außerdem ist dort alles relativ teuer – vor allem für Einheimische. Selbst wir haben in diesem Laden nie eingekauft. Und das nicht nur wegen des Preises, sondern auch wegen der Auswahl. Wir hatten uns erhofft, dass man dann wenigstens eine große Auswahl hat, aber wenn von sechs Regalen eins voll mit nur einer Sorte Energydrinks ist, in einem 500 Euro teure Rum- und Wodka-Flaschen aufgereiht sind und im nächsten Shampoo und Feuchtigkeitscreme für acht Euro pro Stück neben einer Unzahl von ein- und derselben Bohnensorte stehen, dann kann man sich schnell denken, warum die Läden leer sind. Nicht nur, dass sie teuer sind. Die Auswahl ist auch so mickrig, dass es sich gar nicht lohnt reinzugehen.
Nirgendwo konnten wir Käse oder Wurst finden, um uns selbst Brötchen zu schmieren. Eventuell hätte man zu einem der seltenen Straßenstände gehen können, die Fleischstücke und noch seltener Käseecken verkaufen. Aber mit rohem Fleisch und ohne Küche (die gab es in den Casa für uns nicht, schließlich wollten die Besitzer ja für uns kochen und Geld einnehmen) konnten wir auch nicht viel anfangen. Wir waren also praktisch von den Brötchen-Pizza-Straßenständen sowie unseren Casa abhängig.


Und das nicht nur beim Essen. Dadurch, dass Internet eine Mangelware ist, muss man sich alles vor Ort erfragen. Das ist zwar auch mal spannend und man merkt, dass es funktioniert, aber es kann auch sehr ermüdend sein, wenn man einfach nur wissen will, welche Sehenswürdigkeit interessant ist, oder wo der Bus nach Havanna fährt ohne gleich etwas kaufen zu wollen. Touristeninfos gibt es so gut wie nicht. Das nächste, was ran kommt, sind Reisebüros – und die wollen dann natürlich direkt eine Reise verkaufen.
So wie jeder Taxifahrer dich am liebsten ins Taxi ziehen würde. Und jeder Kellner ins Restaurant. Besonders schlimm war das Ansprechen von Touristen im Viñales-Tal, was allerdings eben einfach eine Touristenregion ist – auch für den Inlandstourismus (sofern der überhaupt existiert…). In den anderen Regionen wurden wir zwar auch angesprochen, aber nicht so penetrant wie in Viñales.
Die Stromausfälle waren sehr spannend. Es gab sie fast jeden Tag und manchmal auch für viele Stunden. In der Stadt gibt es allerdings auch Regionen, in denen der Strom nicht abgeschaltet wird. Zum Beispiel haben wir mit dem Ehepaar in Matanzas darüber gesprochen, dass bei uns am anderen Ende des Orts gestern stundenlang der Strom ausgefallen ist. Bei ihnen im Viertel allerdings nicht, weil sie im Viertel mit dem Krankenhaus wohnen.
Die Sprache war zwar ein Problem, aber es war nicht ganz so groß wie ich befürchtet habe. Chris konnte dank seiner Italienischkenntnisse einiges verstehen und ich konnte mich mit meinem Spanisch, das ich in der Schule ein wenig gelernt und in den letzten Jahren durch vhs-Kurse versucht habe am Leben zu erhalten und wieder aufzufrischen, auch ein wenig durchkämpfen. In den Casa haben wir es mit einer Mischung aus Englisch und Spanisch versucht, was eigentlich immer recht gut geklappt hat.
Sonstige Beobachtungen: Es gibt viele elektrische Motorroller, natürlich viele alte Autos, auch alte Militärfahrzeuge, und laute alte LKWs. Der Grund für die alten Autos ist der, dass Kubaner zwischen 1959 und Anfang der 2010er keine Möglichkeit hatten, privat ein Auto zu kaufen. Es war ihnen schlichtweg verboten. Heute dürfen sie es zwar, allerdings entscheidet der Staat darüber, wie teuer ein Auto importiert wird. Dadurch steigt der Preis für ein Auto immens. Wir möchten nochmal daran erinnern, dass der Durchschnittslohn in Kuba bei 20 Euro pro Monat liegt. Kein Wunder, dass so viele Menschen in Kuba, auch Menschen mit hohem akademischem Grad, im Tourismus arbeiten wollen. Die Trinkgelder allein machen schon einen Monatslohn und mehr aus.















Leider ist uns beim Stadtbild der viele Müll negativ aufgefallen, der überall herumliegt. In den Abflüssen, Bächen, Grünstreifen, aber auch in Höhlen in Nationalparks. Wir haben einmal eine Höhle besucht, in denen wir hinter jeder Ecke und zwischen jeder Felsspalte Massenweise weggeworfene Dosen gefunden haben.


Positiv ist uns die typische Musik aufgefallen, die in Kuba viel gespielt wird und dem Land seinen eigenen Flair gibt. Natürlich ebenso wie die alten Autos, die das Stadtbild grundlegend verändern. Auch sieht man überall Fahnen und Abbildungen – zum Beispiel von Kuba und Fidel Castro, aber auch und vor allem von Che Guevara. Allerdings stechen auch gelegentlich USA-Flaggen auf T-Shirts oder Autos ins Auge.








Die Eintrittspreise sind für uns Ausländer relativ billig. Wir haben einmal eine Tour für 45 Euro pro Person gemacht, aber Museen, Höhlen oder ähnliche Dinge kosten meist nur 1-3 Euro Eintritt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum Kuba für uns ein recht billiges Land war. Außerdem haben wir viel Zeit damit verbracht, uns einfach die Städte selbst anzusehen. Dabei müssen wir aber auch sagen: Viele Städte sehen sehr ähnlich aus und haben zwei oder drei Punkte, die für Touristen interessant sind, aber meist auch zu Fuß erreichbar sind. Was uns zurück zum Anfang bringt: Manchmal hätten wir uns gewünscht, eine geführte Rundreise gemacht zu haben.
Dadurch dass die Fernbusse nur etwa einmal am Tag fahren, hat man keine große Auswahlmöglichkeit und muss manchmal länger an einem Ort bleiben, als geplant, weil eben abends kein Bus mehr fährt, sondern erst am nächsten Mittag. Einen Zwischenstopp in einer Stadt ohne Übernachtung kann man aufgrund der wenigen Busse auch nicht machen und wir müssen natürlich auch immer gucken, wo wir unser Gepäck unterbringen können. Manchmal hätten uns in einer Stadt schon ein paar Stunden gereicht, aber letztendlich mussten wir wegen der Verbindungen zwei Nächte dort verbringen. Als Beispiel: In Sancti Spíritus kommt der Bus erst abends um 22 Uhr an. Der nächste und einzige am Tag fährt morgens um 5 Uhr in die nächste Stadt. Wir mussten also zwei Nächte bleiben, um überhaupt etwas von Sancti Spíritus zu sehen.
Trotz vieler Probleme und Aufreger, die wir in Kuba hatten, sind wir froh, die Insel besucht zu haben. Wir haben auf dieser Reise durch Kuba viel erfahren und viel zu schätzen gelernt. Für uns beide war es das erste Mal in einem solchen sozialistischen Land, was nochmal seinen ganz eigenen Vibe gegeben hat. Toll war auch, dass wir den Einheimischen durch die Casa recht nah waren und auch mitbekommen haben, wie es den Menschen selbst geht. Ein wenig haben wir auch gehandelt, aber um ehrlich zu sein… Bei dem kubanischen Monatslohn sind zwei Euro für die Kubaner so viel mehr wert als für uns. Wenn man nicht gerade über den Tisch gezogen wurde, hat man es auch gern gegeben.
Kuba war ein unglaublich spannendes Land für uns. Vielleicht nicht einmal unbedingt von der Landschaft und den Touristenspots, dafür aber umso mehr kulturell.
Hier die Vergleichstabelle:
| Land / durchschn. Ausgaben pro Tag und Person | Transport (ohne Hinflug) | Unterkunft (nur bezahlte Nächte) | Unterkunft (inkl. kostenlosen Übernachtungen) | Lebensmittel | Gesamt (ohne Flug) |
| Südkorea | 3,15€ | 17,00€ | 17,00€ | 8,00€ | 40,50€ |
| Japan | 12,50€ | 18,00€ | 18,00€ | 8,00€ | 55,20€ |
| Neuseeland | 41,00€ | 18,00€ | 14,00€ | 6,40€ | 87,90€ |
| Hawaii | 35,70€ | 50,00€ | 50,00€ | 11,10€ | 123,70€ |
| Mexiko | 17,30€ | 13,40€ | 13,40€ | 6,80€ | 55,10€ |
| USA | 28,90€ | 30,60€ | 17,20€ | 10,30€ | 70,50€ |
| Costa Rica | 3,00€ | 16,60€ | 16,60€ | 8,20€ | 57,40€ |
| Kuba | 6,80€ | 6,40€ | 6,40€ | 7,13€ | 35,60€ |
