Tatsächlich haben wir es geschafft, noch zu Highland Games zu gehen, von denen wir einige Tage zuvor in Inverness gehört haben. Es war mal wieder viel Herumgefahre dadurch, aber wir hatten nicht allzu viel Auswahl, wo wir zu Highland Games gehen wollen. Sie finden hauptsächlich am Wochenende statt und dann auch immer an unterschiedlichen Orten. Die Zeit, in der die meisten Games stattfinden, ist Juli und August. Wir können froh sein, dass die Spiele im Mai überhaupt schon anfangen, sonst hätten wir den Spaß verpasst.
Wir haben uns für die Games am Blair Castle entschieden. Hauptsächlich, weil sie die bestgelegenen waren, die wir an diesem Wochenende noch hinbekommen haben. Unser Flug ging dann zwei Tage später, also war das ein zeitlich knappes Unterfangen. Geschlafen haben wir mal wieder im Auto. Das sind wir ja mittlerweile schon gewohnt.
Am nächsten Morgen ging es dann los. Mit dem Auto sind wir zum Schloss gefahren.
Unsere Highland Games waren sogar ein wenig besonders, denn uns wurde erzählt, dass der Duke vom Blair Castle die erste private Armee in Europa hatte. Damals wurde sie zusammengestellt, um im amerikanischen Bürgerkrieg zu helfen. (Fun Fact: Bevor die Armee dort angekommen war, war der Bürgerkrieg schon vorbei gewesen.) Als die damalige Queen kurze Zeit später dann einmal für einige Wochen im Blair Castle übernachtet hat, war sie so angetan von der Armee, die sich besonders fürsorglich um sie gekümmert hat, dass sie ihr Einverständnis zur weiteren Aufrechterhaltung gegeben hat. Heutzutage gibt es diese Armee immer noch, allerdings sind sie nicht mehr zum Kämpfen da, sondern eher aus traditionellen Gründen. Wir durften auch Zeuge davon werden, denn sie kam bei den Highland Games einmarschiert und hat eine Kanone gezündet.



Außerdem gab es noch amüsantes „Kräftemessen“: Die Soldaten sind gegeneinander beim Seilziehen angetreten und außerdem ein Wettrennen sowie einen Staffel-Lauf gemacht. Selbstverständlich alles in traditioneller Uniform mit Kilt.

Aber diese Privatarmee war nicht die einzige, die ihr Können gezeigt hat. Den ganzen Tag über gab es zeitgleich verschiedene Wettbewerbe. Es wurde beispielsweise viel getanzt und auch Dudelsack gespielt. Oh die Dudelsäcke… Wir waren ihnen über sechs Stunden gnadenlos ausgesetzt. Vor allem: Es spielt dabei nicht nur einer, sondern mehrere gleichzeitig, unterschiedliche Melodien.
Außerdem gab es noch Dinge wie Hammerwerfen und Baumstammwerfen. Bei letzterem ging es darum, den Baumstamm 90° zum Boden zu bekommen und ihn dann nicht zur Seite, sondern nach hinten abzukippen.



Wir hatten viel Spaß an dem Tag und haben einiges zu sehen bekommen, deshalb waren wir sehr froh, dass wir durch Couchsurfing überhaupt davon erfahren haben und wieder einmal gemerkt, wie wichtig es ist, vor Ort mit Menschen in Kontakt zu kommen.
Natürlich haben wir auch dem Blair Castle, zumindest von außen, einen Besuch abgestattet, bevor wir wieder Richtung Inverness sind, um dort in der Nähe zu schlafen.

