Es war einmal ein japanisches Mädchen. Sie hatte eine deutsche Freundin, die sie in naher Zukunft treffen wollte. Dieser Freundin hatte sie einen Gefallen getan, indem sie für diese mit ihrem Arbeitshandy Tickets besorgt hatte. Aufgrund einer sich rasch ausbreitenden Krankheit waren zuvor viele Verkaufssysteme umgestellt worden, sodass mittlerweile viele Tickets nur noch mit einem japanischen Handy besorgt werden konnten.
Eines schönen Tages wollte das japanische Mädchen in einem speziellen Park etwa eine Stunde von ihrem Zuhause entfernt das bunte Herbstlaub bewundern. Leider verfuhr sie sich und erreichte erst abends in der Dunkelheit wieder ihr Zuhause. Als sie kurz vor dem Schlafengehen nachsehen wollte, ob sie Anrufe oder Nachrichten auf ihrem Arbeitshandy hatte, bemerkte sie, dass es weg war.
Da sie um ihre eigene Schusseligkeit wusste, ging sie davon aus, dass sie es irgendwo unterwegs verloren haben musste. Glücklicherweise konnte sie es tatsächlich über GPS orten und fand heraus, dass es etwa eine Stunde Autofahrt entfernt in einem kleinen Ort angezeigt wurde. Dort war sie doch gar nicht gewesen, oder? Oder war sie auf ihrer Irrfahrt nach Hause doch dort vorbeigekommen? Sie war sich selbst nicht sicher. Also machte sie sich direkt noch einmal nachts auf den Weg, denn schließlich benötigte sie das Smartphone am nächsten Tag für ihre Arbeit.
Sie kam schließlich bei einem kleinen Nudel-Restaurant an. Irgendwo hier musste das Handy liegen. Leider war es zu dunkel und die Ortung nicht exakt, sodass sie nach einiger Zeit aufgab und wieder nach Hause fuhr.
Nach ein paar Stunden Schlaf stand sie gegen 4 Uhr auf, um noch einmal bei mehr Licht und vor ihrem Arbeitsbeginn nach dem verlorenen Gerät zu suchen. Aber auch bei mehr Licht konnte sie es rund um den Nudelladen herum nicht finden. Also rief sie auf ihrem Arbeitshandy an und tatsächlich hörte sie den Klingelton aus dem Inneren des Ladens. Doch es war früh am Morgen. Das Restaurant öffnete erst gegen 11 Uhr. Da müsste sie schon längst arbeiten! Was also tun?
Ob Polizei oder Feuerwehr, in Japan ist es üblich bei Problemen zu diesen Freunden und Helfern zu gehen. So tat es auch das japanische Mädchen. Der diensthabende Feuerwehrmann war zufällig ein Freund der Besitzerin des Nudelladens. Also rief er sie an und erreichte sie auch tatsächlich. Der Laden wurde aufgeschlossen und so fand das japanische Mädchen endlich und rechtzeitig ihr Smartphone!
Leider war das Display völlig zerstört und das japanische Mädchen hatte große Panik, dass all ihre Daten unwiederbringlich verloren waren. Zusätzlich kam noch, dass auf dem Handy Tickets für ihre Freundin aus Deutschland waren, an die diese nicht anders kommen konnte.
Im Büro erfuhr das Mädchen, dass ihre Daten gerettet werden konnten und ihr fiel ein Stein vom Herzen.
Wie aber war das Smartphone eigentlich in ein einstündig entferntes Dorf gekommen? Sie sollte es erfahren, als sie später im Nudelladen anrief.
Die ältere Besitzerin erklärte ihr, dass sie es auf der Straße gefunden und mitgenommen hatte, da es gefährlich für den Straßenverkehr gewesen war.
Wo sie es denn gefunden habe, fragte das Mädchen und erfuhr, dass es direkt um die Ecke vom Wohnhaus des Mädchens gewesen war.
Wieso hatte es die alte Dame eine Stunde lang zu sich nach Hause mitgenommen? Wieso hatte sie es nicht in der Polizeistation abgegeben, die direkt in Sichtweite war?
Das japanische Mädchen würde das wohl nie erfahren…
