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Planung, Planung, Planung

Vielleicht fragt ihr euch, wie wir so planen. Welche Länder. Welche Unterkünfte. Welche Ausflüge. Wie weit im Voraus. Dafür ist dieser Artikel da! Wir wollen euch nach knapp über vier Monaten Weltreise mal einen kleinen Überblick darüber geben, wie wir das Ganze so angehen.

Kosten

Ich selbst bin eigentlich der totale Planungsmensch. Wenn wir Urlaub machen, vor allem größere Urlaube, habe ich normalerweise eine Excel-Tabelle mit so ziemlich allen Infos und wann wir wo sind.
Ganz davon abgesehen habe ich seit 2014, also seit meinem Auslandsjahr in Japan, eine Datei mit all meinen Ausgaben. Klingt verrückt? Vielleicht. Ist aber manchmal wirklich sehr interessant und hilft, seine Ausgaben im Blick zu behalten. Chris habe ich gesagt, dass ich sowas auch auf unserer Weltreise machen möchte und er war erstmal Feuer und Flamme ein Tool zu bauen, mit dem das alles viel einfacher ist (zumindest für ihn :D).
So haben wir jetzt auch während der Reise den Überblick und können euch in den Rückblicken zu jedem Land die detaillierten Kosten für alles Mögliche nennen.
Wir versuchen, unsere genauen Ausgaben immer direkt in die App einzutragen, spätestens alle paar Tage setzen wir uns aber abends hin und schauen, ob wir nichts vergessen haben, oder ordnen Kreditkartenabrechnungen zu.
Ihr fragt euch, ob die Kosten am Ende auf das rauslaufen, was wir uns vorgestellt haben? Nein. Am Ende ist alles doch teurer als gedacht, aber das liegt Großteils auch einfach daran, dass wir zumindest bis jetzt in recht teuren Ländern unterwegs waren.

Länder

Bei unseren Arbeitgebern haben wir unseren einjährigen Urlaub über ein Jahr im Voraus angemeldet. Das heißt, wir hatten genug Zeit, uns Gedanken darüber zu machen, wo wir eigentlich hin wollten. Für uns haben sich nach und nach zehn Ziele verfestigt: Südkorea, Japan, Neuseeland, Hawaii, Mexiko, USA, Taiwan, Nepal mit Tibet, China und Kuba. Wie lang wir wo sein wollten, kristallisierte sich erst mit der Zeit heraus. Südkorea, Japan, Neuseeland, Hawaii, Mexiko, USA und Kuba sollten im ersten halben Jahr passieren. Nepal, China, Taiwan, evtl. Vietnam und ein weiteres Mal Japan im zweiten halben Jahr. Wie viel Zeit dann noch übrig bleibt oder ob wir uns zu viel vorgenommen haben, würden wir dann schon sehen.
Südkorea, Japan, Neuseeland, Hawaii und Mexiko stellten planungstechnisch recht wenige Probleme dar. Für Südkorea und die USA/Hawaii haben wir eine kostenpflichtige (aber relativ günstige) Einreisevoranmeldung gebraucht, aber das war dann auch alles. Ein großes Problem wurde dann aber Kuba. Oder… ist es immer noch irgendwie. Ihr müsst wissen: Aus gewissen historischen Gründen KANN es schwierig werden, in die USA einzureisen, wenn man irgendwann vorher in Kuba war. Das heißt, wir müssen die USA vor Kuba machen. Allerdings kann man von den USA auch nicht direkt nach Kuba fliegen. Mexiko wäre also perfekt dazwischen, denn es gibt billige Flüge von Mexiko nach Kuba. Da kommt aber das nächste Problem: Machen wir die Reihenfolge USA – Mexiko – Kuba, wären wir zu früh in den USA, um angenehme Temperaturen in den USA zu haben (das wäre dann nämlich Ende Januar gewesen) und außerdem ist meine in die USA ausgewanderte Freundin Sabine in diesem Zeitraum gerade nicht zuhause. Deshalb haben wir uns für die Reihenfolge Mexiko – USA – Kuba entschieden. Was aber bedeutet, wir brauchen zwischen USA und Kuba nochmal einen Zwischenstopp irgendwo. Letztendlich haben wir aufgrund der Komplexität Kuba doch rausgeworfen.
Dazu kommt noch, dass das Touristen-Visum für die USA nur bis zu 90 Tage gilt. An sich kein Problem, aber es gilt vom ersten Einreisen in die USA, was in unserem Fall Mitte Januar Hawaii war. „Okay“, dachten wir uns. „Kein Problem, wir sind ja in Mexiko. Dann beantragen wir für Festland-USA vor der zweiten Einreise einfach ein neues 90-Tage-Visum.“ Dachten wir. Aber das geht nicht, weil Mexiko im Bezug auf das Visum nicht als „Ausreise“ gilt. (Kanada und die karibischen Inseln übrigens auch nicht.) Also können wir kein neues Visum beantragen, außer wir fliegen dazwischen noch irgendwo ganz anders hin. Also ist unsere Endlösung: Wir dürfen von Einreise Hawaii bis Ausreise Festland-USA mit Mexiko-Besuch dazwischen nicht mehr als drei Monate brauchen. Tatsächlich ist es manchmal gar nicht so verkehrt, solche Limits zu haben. Wir werden dieses Visum voll ausnutzen, aber wahrscheinlich reicht uns das auch gerade so.

Für die Wiedereinreise in die USA (Mitte Februar) mussten wir allerdings einen gebuchten Flug aus den USA in ein anderes Land nachweisen. Anfang Februar saßen wir in Oaxaca, Mexiko, und haben uns Gedanken darüber gemacht, wie genau es eigentlich nach den USA weitergehen soll. Für die Zukunft stand noch Nepal mit Tibet, China, Taiwan, Vietnam und Japan (aus Gründen) auf dem Plan. Ein wenig Recherche hat ergeben, dass China wohl aktuell zu unsicher und kompliziert ist, um es in diesem Jahr noch zu machen. Ich möchte dort zwar schon ewig hin, aber für diese Reise muss es dann wohl doch ausfallen. Wir haben schon genug Probleme mit Kuba… Ob wir Tibet hinbekommen (was mit einer Einreise nach China verbunden wäre), werden wir sehen.

Nun saßen wir also dort in Oaxaca und haben unsere Fantasie spielen lassen. Sollten wir Kuba vielleicht doch machen oder lieber nicht? Sollten wir uns diese Probleme antun? Denn: Wir brauchen dafür nicht nur einen Zwischenstopp zwischen USA und Kuba, um nach Kuba einreisen zu können, sondern auch einen Zwischenstopp zwischen Kuba und Nepal (was für danach geplant ist), der nicht in den USA liegt. Denn nach einem Kuba-Aufenthalt in die USA einzureisen (was man auch für einen Umstieg meist muss), kann an der Grenze ernsthafte Probleme machen. Dieses Risiko wollten wir nicht eingehen. Und die meisten Flüge nach Europa oder Asien von Amerika aus gehen über die USA.
Hin- und hergerissen waren wir. Lassen wir Kuba vielleicht doch ausfallen? Wollen wir es vielleicht einfach auf 2024 schieben und gesondert hinfliegen? Aber wir sind doch schon so nah!!

Das Ende vom Lied: Wir machen Kuba. Diesmal.
Die neue Reihenfolge unserer aktuellen Planung: Mexiko – USA – Costa Rica – Kuba – eintägiger Zwischenstopp in Kolumbien – Dubai – Nepal.

Ob es genauso kommen wird, muss sich noch zeigen. Und damit sind wir bei Ende Juni. Weiter wollen wir aktuell nicht planen.

Wann wird was gebucht

Ja, auch das hat sich ziemlich verändert mit der Zeit. Unseren Flug nach Südkorea haben wir zwei Monate im Voraus gebucht. Ziemlich spät für mich – meiner Meinung nach. Die erste Unterkunft kam dann so zwei Wochen später.
Mittlerweile sind wir teils dabei, erst zwei Tage vorher eine Unterkunft zu buchen. Was für mich und meine Reiseplanungen eigentlich absolut verrückt ist, aber wir haben auch gelernt, dass man vor Ort viel erfährt und Infos bekommt, wo man am besten wie viel Zeit verbringen sollte usw. Für Hawaii hatten wir früher gebucht (ca. zwei Monate vorher), aber auch weil wir dort zu dritt unterwegs waren. Aber auch diese zwei Monate waren für meine Verhältnisse eigentlich schon zu spät.
Welches Land wir als nächstes ansteuern, legen wir spätestens kurz vor Einreise in das vorherige Land fest – eben weil wir bei den meisten Ländern einen Weiterflug bei der Einreise vorweisen müssen. Die ersten sechs Monate hatten wir allerdings zumindest Ländertechnisch recht gut voraus geplant, wo wir in etwa wann hinwollen.
In welche Städte wir genau wollen, wissen wir meist schon ein paar Wochen bevor wir in das Land gehen. Wir lassen uns dann manchmal nur etwas (zu viel?) Zeit, um zu entscheiden, wie viele Nächte es werden. Dann schauen wir auch nach dem Transport dorthin und manchmal ändert sich durch nicht vorhandene oder überteuerte Transporte oder Unterkünfte noch die Dauer oder der konkrete Ort. Storniert haben wir Unterkünfte bis jetzt erst ca. zwei mal, weil sich letztendlich doch etwas anderes ergeben hatte.

Wie wir schlafen? Wir hatten schon alles – vom Übernachten im Auto, über 16 Betten in einem Schlafsaal und von einem Zelt bis hin zu Doppel- und Einzelzimmern und manchmal sogar ganze Apartments. Je nach Land ist das völlig unterschiedlich. In Neuseeland haben wir viel in Mehrbettzimmern geschlafen, während wir in Mexiko eigentlich immer Doppelzimmer hatten. Das ist auch einfach dem Preis geschuldet und der Kurzfristigkeit, mit der wir manchmal buchen.

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1 Kommentar

  1. Carmen
    Carmen 16. März 2023

    Ja, Planung ist einfach alles. Im Internet lässt sich dies in der heutigen Zeit viel einfacher machen als früher als man noch mühsam bei Touristikinformationen Unterlagen anforderte und tagelang darauf wartete (manchmal ist es aber auch immer noch von Vorteil, wenn man etwas in der Hand hat und nicht nur auf dem Display …)
    Und Planung ist nicht immer alles – wie ihr es schon erleben musstet. Aber das gehört natürlich dazu. Und zu zweit lässt sich alles aushalten.

    Ihr macht das super, auch die penible Kostenaufstellung. Das erfordert einen Riesenzeitaufwand und bedeutet eine große Herausforderung, das die ganze Zeit so durchzuziehen. Wir sind beeindruckt. Weiter so!
    Für uns Leser/innen ist das alles wirklich sehr interessant. Und für euch macht es später einmal die Aufarbeitung der Reise „nacherlebbarer“ (blödes Wort)
    Wir wünschen euch, dass ihr demnächst auch wieder ein paar billigere Länder bereist und euch der Go(e)ld-Esel noch lange genug versorgt!

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