Unsere Ankunft in Kuba war alles andere als entspannt. Wir sind von Costa Rica über Panama erst gegen ein Uhr nachts angekommen und konnten dann erst gegen drei übermüdet ins Bett fallen.
Nach der Einreise (nein, wir haben keine Stempel in unsere Pässe bekommen), wurden wir aber erstmal mitten in der Nacht vom Flughafenpersonal vor der Zollkontrolle abgefangen. Sie hatten ein paar wenige Notizzettel in der Hand mit Namen drauf. Unsere standen auch drauf und so mussten wir erstmal Rede und Antwort stehen.
Während wir geduldig nachts um zwei Fragen beantworteten, wieso wir in Kuba seien, wo wir wohnten, was wir arbeiten, wie viel Geld wir dabei haben und so weiter, wurden noch weitere Ausländer hinter uns abgefangen. Wir waren also nicht die Einzigen. Einige Zeit später wurden wir entlassen und konnten uns auf den Weg zu unserer ersten Unterkunft machen. Die war in der Nähe des Flughafens, weil wir wussten, dass wir gegen 0.45 Uhr ankommen und dann erstmal schnell einen Schlafplatz brauchten.
Nach rund einer halben Stunde Fußmarsch mit Gepäck sind wir dann auch angekommen. Die Besitzer hatten uns versichert, dass wir auch mitten in der Nacht ankommen dürfen und sie uns aufmachen.
Also haben wir nachts um drei eine ältere Dame aus dem Bett geklopft. Es gibt angenehmere erste Taten im Reiseziel.
Eigentlich wollten wir direkt nach Viñales fahren, allerdings gab es für unseren Ankunftstag keine passende Busverbindung. Also sind wir eine weitere Nacht in Havanna geblieben und hatten uns dafür etwas in der Nähe des Busterminals gesucht, von wo aus wir dann am nächsten Tag ins Viñales-Tal, ein kleines Paradies, fahren wollten.
Das Busterminal ist in der Nähe des Platzes der Revolution, den wir dann natürlich auch gleich besucht haben.



Ein Tipp aus Costa Rica hat uns an diesem Tag noch in die Callejon de Hamel geführt, wo man ein wenig kubanischen Lebensstil miterleben könne. Entweder waren wir zu früh da oder unter der Woche passiert da nicht allzu viel, aber trotzdem haben wir uns mit Musik im Hintergrund einen „Negro“ gegönnt – eine spezielle Art eines Cocktails mit Rum.



Geschlafen haben wir in einem 100 Jahre alten riesigen Haus, das von den Besitzern vermietet wird. In Kuba werden Privatunterkünfte, die zur Vermietung genutzt werden, „Casa Particular“, kurz „Casa“, genannt. Wir haben uns ein wenig mit Englisch und Spanisch durchgekämpft, aber irgendwie ging es. Besonders ist uns aufgefallen, dass es überraschend schwierig ist, einen Supermarkt zu finden! Wasser haben wir dann vom Besitzer des Casa gekauft.
Wie wir erfahren haben, werden viele Dinge an kleinen Straßenständen gekauft oder in speziellen Supermärkten, die für Einheimische aber meist zu teuer sind und außerdem Dinge enthalten, die man nur unter bestimmten Vorraussetzungen kaufen kann. Zu diesem Thema kommen wir aber noch in unserem Artikel zu Viñales.


Eine SIM-Karte mit Internet haben wir uns im Vorhinein bestellt. Es ist vor Ort in Kuba nicht möglich, eine solche Karte zu kaufen. Und da wir wussten, dass es selbst in den Unterkünften oft kein Internet gibt, wollten wir wenigstens ein wenig flexibel sein. Außerdem brauchten wir es, um unsere nächsten Reiseziele zu planen.
Die SIM-Karte haben wir also abgeholt – und das war auch gut so, denn schon unsere ersten zwei Unterkünfte haben uns gezeigt, dass es wirklich schwierig mit dem Internet ist. Das Problem bei diesen Karten ist allerdings: Man kann keinen Hotspot für andere Geräte erstellen. Also hatte praktisch die komplette Kubareise nur Chris auf dem Handy Internet. Weder konnte er für mein Handy noch für unsere Laptops einen Hotspot aufmachen, womit wir auch mal etwas hätten weniger umständlich recherchieren können.
Wie wir später erfahren haben, gibt es in Kuba Wifi-Karten, mit denen man sich mit einem beliebigen Gerät in das öffentliche ETECSA-Wifi-Netzwerk einwählen kann. Über diese Karten bezahlt man dann stundenweise den Internetzugang. Wir haben uns eine solche Karte dann letztendlich aber nicht geholt.

Willkommen in einer anderen einerseits diktierten und andererseits liebenswürdigen Welt – gesellschaftlich, kulturell, zwischenmenschlich. Aufregend also schon bei der Einreise am Flughafen, gewöhnungsbedürftig angefangen vom allgemeinen Komfort bis hin zum Einkaufen usw. Viel Spaß weiterhin!