Nach unserem gezwungenen Zwischenstopp in Havanna sind wir am nächsten Morgen direkt nach Viñales gefahren. Dafür wollen wir euch aber erstmal kurz erklären, wie das hier mit dem Reisen so läuft.
Der Nahverkehr ist recht billig. Oft kostet es nur ein paar Cent, in der Stadt von A nach B zu kommen, dabei ist es aber schwierig herauszufinden, in welchen Bus man eigentlich einsteigen muss. Dazu kommt, dass die Busse in der Regel überfüllt sind. Der Fernverkehr mit dem Bus im Vergleich zu Deutschland ist auch recht billig, aber im Vergleich zum kubanischen Nahverkehr nicht ganz so sehr. Unsere Fernfahrten haben pro Person zwischen 6 und 16 Euro gekostet. Trotzdem ist es hier eigentlich die einzige sinnvolle Art zu reisen. Die Busverbindungen zwischen den Städten sind recht gut, sodass wir nicht, wie in Costa Rica, 5 Mal umsteigen müssen, um ans Ziel zu kommen, sondern meist eine Direktverbindung haben.


Der Nachteil: Es gibt oft nur einen Bus pro Tag und man sollte ihn im Voraus buchen, weil der eine pro Tag dann oft ausgebucht ist und somit der ganze Urlaubsplan im Eimer wäre. Tatsächlich kann man vorher online buchen, was wir auch getan haben. In diesem Zuge haben wir auch gleich all unsere Unterkünfte gebucht. Bis jetzt hatten wir das nur bei Hawaii so gemacht und da auch nur, weil es so teuer war und immer teurer wurde. Sonst gab es zumindest immer eine Unterkunft, die wir erst gebucht haben, als wir schon im jeweiligen Land waren.
Bei Kuba wollten wir aber sowohl Transport als auch Unterkünfte schon vorher erledigt haben, weil uns das mit dem Internet dort einfach zu ungewiss war. Und wir sind sehr froh, dass wir uns so entschieden haben. Wir haben übrigens aus demselben Grund sogar schon unsere Flüge für unsere zwei (!) Reiseziele nach Kuba gebucht. Mehr dazu wollen wir aber hier noch nicht verraten.
Zurück zum Thema: Wir haben die Busse für Kuba gebucht. Was gut ist, denn wie wir bald erfahren haben, sind diese Verbindungen zwischen den Städten hauptsächlich Touristen vorbehalten. Das bedeutet, online kann man diese Busse nur außerhalb Kubas buchen. Es ist sehr kompliziert, vor Ort noch ein Busticket zu bekommen, weil die Busse entweder Tage vorher ausverkauft sind oder es andere Probleme gibt. So kann man zum Beispiel nur in der Stadt ein Busticket kaufen, von der aus man auch losfährt. Noch problematischer, vor allem für Einheimische: Man kann diese Busse nur mit einer Kreditkarte zahlen, auf denen Dollar bzw. Euro sind. Es ist für Einheimische ohne ausländischer Kreditkarte also eigentlich unmöglich, diese Busse zu buchen.
Aber selbst wenn man ein elektronisches Ticket hat, muss man leider mindestens eine Stunde vorher am Terminal sein, um das handschriftlich geschriebene Ticket zu holen. Das geht zwar auch schon früher am Tag, aber wenn man morgens um sieben nach Viñales fährt, ist es schwierig NOCH früher als eine Stunde vorher da zu sein. Am Vortag kann das Ticket leider nicht abgeholt werden.



Etwa dreieinhalb Stunden nach der Abfahrt in Havanna sind wir in Viñales angekommen. Dort mussten wir erstmal in der Hitze herumirren, denn wir haben festgestellt: Mindestens jedes zweite Haus hat eine Unterkunft für Urlaubsgäste – und die Häuser haben nicht immer eine Adresse, die man findet. Letztendlich haben wir mit ein bisschen Hilfe hingefunden. Die Unterkunft wird von einem älteren Pärchen geführt. Die Tochter hilft bei allen elektronischen Dingen.
Die Mutter hat auch gleich ein Plakat vor uns ausgebreitet, auf dem die ganzen schönen Dinge der Umgebung abgebildet waren. Und sie kenne da einen „chico“, der Englisch kann und uns mit auf eine Tour nehmen kann. Ob sie ihn anrufen solle, damit er mal vorbeikommt.

Eine halbe Stunde später haben wir den Herrn kennengelernt und eine Tour auf Pferden für den nächsten Tag ausgemacht. Ein Glück, denn das Benzin ist hier so knapp, dass uns niemand hätte herumfahren können. Eigentlich hatten wir über unsere Gastgeberin eine Art Taxi für einen Tag bestellt, aber letztendlich haben ihr all ihre Bekannten mit Auto abgesagt, weil es gerade kein Benzin gibt. Gut, dass Pferde kein Benzin brauchen!
Gleichzeitig fragen wir uns einmal mehr, wie Einheimische von A nach B kommen, wenn es weder Benzin gibt, noch ihnen die Möglichkeit gegeben wird, die Fernbusse zwischen den Städten zu buchen. Scheinbar gibt es kein großes „von A nach B“ für Einheimische.
Statt die Fahrt mit dem Taxi zu machen, haben wir rausgefunden, dass es einen (offenbar vollgetankten) 5 Euro Hop-on Hop-off Bus gibt, der durch die Gegend von Viñales fährt und an vielen der schönen Plätze anhält. Also sind wir damit los und haben noch einige schöne Flecken gesehen. Zum Beispiel eine alte Malerei, die sich über einen riesigen Felsen erstreckt.

Oder eine Höhle, durch die wir mit einem Boot gefahren sind. (Für einen süßen Preis von 1,15 Euro pro Person.) Die Höhle heißt „Cueva del Indio“ und ist teilweise zum Durchlaufen und teilweise zum mit dem Boot Durchfahren. Das hat sie schon zu etwas Besonderem gemacht, allerdings war die Höhle alles in allem relativ klein – wie wir am nächsten Tag erfahren sollten.






Insgesamt ist die Umgebung sehr schön und hat uns beide sogar ein klein wenig an Asien erinnert. Viele bewachsene Hügel, alles grün… Wir sind gespannt, ob uns sowas in Kuba nochmal irgendwo begegnet.
