Die Hauptstadt hatte für uns einiges zu bieten. Dort haben wir deshalb auch drei Nächte verbracht. Unsere Unterkunft war ein Hotel relativ nah zum Zentrum – also wie meistens in Fußnähe – sodass wir es recht einfach hatten.
Von Guadalajara sind wir mit dem Nachtbus nach Mexiko-Stadt gefahren. Geschlafen haben wir mehr oder weniger gut. Um keinen allzu stressigen Tag zu haben, haben wir einen Hop on Hop off Bus genommen und sind damit den Tag über durch die Stadt gefahren, um einen Eindruck von ihr zu bekommen. Ein wenig konnten wir es nicht vermeiden, im Bus wegzudösen, aber alles in allem sind wir mit drei von vier verschiedenen Linien gefahren (das Ganze hat umgerechnet 12 Euro pro Person gekostet) und hatten dadurch eine über sechsstündige Stadtrundfahrt zu den unterschiedlichsten Orten.





Am zweiten Tag sind wir mit einer Tour nach Teotihuacán, ca. eine Stunde vom Zentrum entfernt, gefahren. Die Stadt war zu ihrer Hochzeit zwischen 1 und 500 n. Chr. die größte Stadt in Amerika, die weltweit sechst-größte Stadt ihrer Zeit und ihre Bewohner zählen als erste fortgebildete Zivilisation in Nordamerika mit zwischen 125.00 und 200.000 Einwohnern. Als die Azteken ab ca. 1300 n. Chr. den Ort erreichten, sahen sie die Wichtigkeit der alten Ruinen und gaben ihnen ihren heutigen Namen. Sie sahen die Stadt als die an, wo ihre eigenen Götter geboren worden waren.
Am bekanntesten sind dort die Sonnen- und die Mondpyramide. Erstere ist die zweithöchste Pyramide in Amerika.
Unser Guide hat uns übrigens einen Tipp gegeben: Wir hatten dort etwa eineinhalb Stunden Zeit und obwohl die Pyramiden seit Corona nicht zu besteigen sind, hat eine kleinere Pyramide etwa 1,5km weit weg von den anderen beiden erst zwei Wochen vor unserer Reise wieder geöffnet. Dort sind wir hochgestiegen und durften den Tempel des Quetzalcóatl betrachten mit seinen gut erhaltenen Steinköpfen. Vor allem, dass sie nach rund 2000 Jahren noch immer erhalten sind (nachdem die Spanier die Spitze der Pyramide damals aus „Forschungszwecken“ weggesprengt haben…), war ziemlich beeindruckend. Insgesamt ist sonst aber sehr wenig über die damalige Zivilisation bekannt, weil es keine schriftlichen Aufzeichnungen von ihnen selbst gibt.

Neben Teotihuacán haben wir an dem Tag auch noch den Platz der Drei Kulturen angesehen. Drei Kulturen, weil dort eine alte Pyramide aus der Kultur von Tenochtitlán steht sowie eine spanische Kirche aus der Eroberungszeit und ebenfalls neumodische Gebäude.


An Ende der Tour, nach dem Mittagessen und einem Tequilla-Tasting, waren wir in der Basílica de Nuestra Señora de Guadalupe (Basilika Unserer Lieben Frau von Guadalupe) und dort gibt es tatsächlich hinter dem Priester, also zwischen den roten Stühlen auf dem Foto und der goldenen Wand dahinter ein Loch. Man kann dort auf einem Laufband unter dem Bildnis vorbeifahren und es ansehen, anbeten oder Fotos davon machen.





In Mexiko-Stadt haben wir außerdem noch den Tipp unseres Reiseführers befolgt und sind mit der längsten städtischen Seilbahn der Welt gefahren! Die Hin- und Rückfahrt von knapp 10 Kilometern hat umgerechnet 0,35 Euro gekostet und 1,5 Stunden gedauert. Die im Sommer 2021 in Betrieb genommene Seilbahn verbindet die Vororte mit dem Stadtzentrum und hat einige Stationen, an denen man aussteigen kann. Sie wird also als tägliches öffentliches Verkehrsmittel genutzt, um die Straßen der Stadt zu entlasten und ist dabei offensichtlich sehr effektiv. Die Gondeln waren selten leer.









Es war sehr spannend, Mexiko-Stadt von oben zu betrachten. Zum Beispiel den höchsten Vulkan von Mexiko-Stadt, die Malereien, die auf den Dächern zu erkennen waren, aber auch den Smog, der sich durch die ganze Stadt zieht.
Die Mexikaner tragen in dieser Stadt oft Masken. Das kann zum einen wegen Corona sein, zum anderen aber auch wegen all dem Smog.
Am letzten Tag in der Hauptstadt waren wir noch kurz beim Museum von der Künstlerin Frida Kahlo und haben sonst eigentlich nur noch gepackt und uns ein wenig entspannt bzw. Blogeinträge geschrieben.





