Als das Mädchen und der Junge in Oamaru ankamen, erfuhren sie in ihrer Unterkunft, dass die Stadt bekannt für ihre Pinguin-Kolonie war. Pinguine in freier Wildbahn! Das mussten sich die beiden ansehen!
Pinguine kamen wohl zur Abenddämmerung vom Meer zurück in ihre Höhlen an Land. Das konnte man an einem bestimmten Punkt in Oamaru besonders gut beobachten. Also fuhren die beiden los und erreichten noch vor Einbruch der Dämmerung besagten Ort.
Und dort standen die Tiere. Dicht zusammengedrängt auf einem Steg und warteten darauf, dass es dämmerte und sie zurück in ihre Höhlen gehen konnten. Ein wenig weit weg waren sie, aber der Junge und das Mädchen waren zufrieden und freuten sich, Pinguine gesehen zu haben. Nur… wie waren sie auf den Steg gekommen?


Die beiden liefen ein wenig suchend umher. Der Steg schien zu hoch dass Pinguine hinauf springen könnten. Gab es irgendwo einen Weg nach oben? Sie konnten keinen entdecken, hatten aber auch keine allzu gute Sicht.
Fliegen konnten die Pinguine auch nicht. (Oder doch?)
Vielleicht kamen sie aber auch einfach direkt von Land auf den Steg. Das war die sinnvollste Lösung.
Also sahen sie da einmal schnell am Eingang zum Steg nach, aber da war nur eine Info zu brütenden Vögeln. Der Steg war aber wegen der brütenden Vögel mit einem dichten Zaun abgeriegelt – keine Chance auf den Steg zu kommen, weder für Mensch noch Tier.
Das Mädchen und der Junge hatten gehört, dass die Pinguine an einem ganz bestimmten Ort ihre Nester hatten. Dort wurde dann Eintritt dafür verlangt, dass man sie vom Strand zu den Nestern gehen sehen konnte. Aber wieso würde jemand Eintritt zahlen wollen, wenn die Pinguine doch genau hier am Steg waren!? Natürlich, man konnte sie nicht allzu gut sehen und aus nächster Nähe war sicher alles interessanter, aber trotzdem…
Eine weile lang beobachteten sie die Tiere und entschieden sich dann doch, einfach einmal den Ort anzusehen, für den die Touristen zahlten. So fuhren sie ein paar hundert Meter weiter, um die Nester zu sehen, die zu diesem Zeitpunkt noch frei einzusehen waren. Die Pinguine befanden sich schließlich noch auf dem Steg oder im Meer, um Fische zu fangen.
Es gab keinen bestimmten Anlass dafür, aber mit einmal mal traf es das Mädchen wie der Schlag.
„Das sind keine Pinguine auf dem Steg!“, rief sie aus.
Es waren einfach nur große schwarz-weiße Vögel. Darum auch nur die Info zu den brütenden Vögeln am Steg-Eingang. Deshalb gab es keinen „Zugang“ zum Steg aus dem Wasser für die „Pinguine“. Die Vögel flogen einfach dorthin. Und deshalb konnte sich die Pinguin-Organisation es etwas kosten lassen, Besuchern zu zeigen, wie die Pinguine an Land kommen – man konnte das kaum wo anders in der freien Natur beobachten!
Das Mädchen und der Junge konnten nicht anders als über ihre Unwissenheit zu lachen und setzten sich ins Auto, um wieder heimzufahren.
