22 Tage haben wir in Taiwan verbracht – und wir sind froh, dass wir uns die Zeit dafür genommen haben. Generell hatten wir nicht das Gefühl, dass es zu viel oder zu wenig Zeit war. Wenn man nur eine begrenzte Zeit Urlaub hat, dann wäre Taiwan aber wahrscheinlich auch in zwei Wochen machbar. Wir wollten es allerdings ein bisschen entspannter angehen lassen und auch mal ein paar Stunden am Strand verbringen.
Taiwan hat viel zu bieten: von atemberaubenden Landschaften über lebendige Kultur und pulsierende Städte. Es war einfach alles dabei. Diesmal haben wir es sogar geschafft auf einer effizienten Route, ohne viel Zickzack durch das Land zu reisen.
Fasziniert hat uns das schwierige Verhältnis zu China, das immer wieder in Gesprächen aufkam. Manchmal nur unterschwellig, manchmal ganz offen. Die Taiwaner sind stolz auf ihre eigene Kultur. Zu sagen, dass etwas „chinesisch“ sei, bringt nicht gerade erfreute Blicke ein. Manche haben auch ganz offen gesagt, dass Taiwan viel besser als China sei.
Eine weitere Sache, die uns während unserer Reise aufgefallen ist, war die außerordentliche Hilfsbereitschaft der Einheimischen. Wenn wir mit unserem Gepäck irgendwo standen und herausfinden wollten, wo wir hin müssen, wurden wir mehrfach von freundlichen Menschen gefragt, ob sie uns helfen könnten. Das ist uns in diesem Land besonders aufgefallen.
Vor allem in den Städten gab es noch einige andere Dinge, die unsere Aufmerksamkeit erregt haben: Die „Air Defense Shelter“, also Luftschutzbunker, scheinen überall im Land installiert zu sein. Immer wieder gab es Schilder, wo man den nächsten findet.

Motorräder gab es auch wie Sand am Meer. Mühelos haben die Einheimischen diese Fahrzeuge durch den Verkehr manövriert. Teilweise gibt es auch eigene Fahrspuren für Zweiräder. Wir haben auch zweimal ein Motorrad ausgeliehen und generell ist es in Taiwan eine sehr gute Möglichkeit, spezielle Orte wie Nationalparks zu erkunden. Ein wenig muss man darauf aber vorbereitet sein, dass nicht alle Vermieter internationale Führerscheine annehmen. Einmal wurden auch wir deshalb abgewiesen. Außerdem kann es sein, dass Vermietungen nur Motorräder haben, die mit einem vollwertigen Motorradführerschein zu fahren sind. Zum Glück besitzt Chris so einen, sodass wir damit kein Problem hatten.
Motorräder können aber neben Segen auch Fluch sein. Die Bürgersteige waren ständig mit diesen Fahrzeugen zugestellt – wenn es denn überhaupt Bürgersteige gab. In Taiwan scheint das nämlich eher die Ausnahme zu sein und man muss sich als Fußgänger bemühen, einen Weg zu finden. Zum Glück sind die Autofahrer recht rücksichtsvoll.






Auch mit dem Fahrrad kommt man in den Städten Taiwans gut voran. Besonders praktisch fanden wir die Leihräder. Wir haben diese Räder in Tainan und Kaohsiung genutzt. Es wird pro 30 Minuten bezahlt und kann auch von Ausländern genutzt werden, wenn man eine App runterlädt, mobiles Internet hat und seine Kreditkarte in der App hinterlegt. Alle paar Tage muss man diesen Vorgang leider wiederholen, aber es ist machbar. Die Taiwaner nutzen stattdessen ihre taiwanische Telefonnummer sowie ihre EasyCard, was für uns leider nicht möglich war.
Die EasyCard ist aber unabhängig davon generell sinnvoll für alle Reisende. Mit dieser elektronischen Karte kann man problemlos in allen Bussen und Zügen zahlen. Manchmal auch in Supermärkten. Es gibt sie in verschiedenen Designs, aber auch in völlig anderen Formen als Schlüsselanhänger.



Eine interessante Erfahrung war die Busfahrt auf dem Highway. Wir mussten uns anschnallen, und erstaunlicherweise haben sich alle Fahrgäste daran gehalten. Es war beeindruckend zu sehen, wie wichtig Sicherheit im öffentlichen Verkehr für die Taiwaner ist. Auch die Ansagen im Bus waren für uns unterhaltsam. Anscheinend wird jeder Haltestellen-Name mehrfach, mit unterschiedlichen Aussprachen angesagt.
Wir hatten ja schon geschrieben, dass man viele Dinge mit der EasyCard bezahlen kann. Eine andere recht ungewohnte Bezahlmethode war für uns, unser Hotel im Voraus im Supermarkt zu bezahlen. Dort gibt es Maschinen, an denen man Bargeld auf ein fremdes Konto Geld überweisen kann. Zuerst kam uns das ein bisschen merkwürdig vor, aber scheinbar gibt es das ab und zu, also haben wir es auch gemacht und es ist auch tatsächlich alles gut gegangen.
Es ist uns aufgefallen, dass Taiwan viele Gemeinsamkeiten mit Japan hat. Japanisches scheint allgemein beliebt zu sein in Taiwan. Es gibt zahlreiche japanische Restaurants, vergleichbare öffentliche Verkehrsmittel, ähnliche Architektur, Straßen, Spielautomaten (zum Beispiel Greifer-Automaten) und sogar bekannte japanische Ketten wie Donki, Uniqlo, FamilyMart und SevenEleven. Es war erstaunlich zu sehen, wie sich diese beiden Kulturen in verschiedenen Aspekten überschneiden.



Ein kulinarisches Highlight unserer Reise war der Bubble Tea, der in Taiwan erfunden wurde. Es gibt ihn in unglaublich vielen Varianten, aber auch Fruchtsäfte sind sehr beliebt. In den meisten Städten gab es an jeder Ecke einen Laden dafür. Auch Zuckermenge, Eiswürfel usw. konnte man sich in mehreren Abstufungen aussuchen. Es war auch lustig zu sehen, dass es sogar spezielle Tragetaschen für den Bubble Tea gab, damit man ihn bequem umhängen konnte.




Ebenfalls beeindruckend waren die vielen Straßenstände für Essen, insbesondere auf den Night Markets. Hier haben wir uns durch die vielfältige taiwanische Küche probiert und konnten neue Geschmackserlebnisse entdecken.











Mit dem Wetter hatten wir etwas zu kämpfen. Es war eigentlich immer über 30 Grad und die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch. Die Einheimischen haben oft Sonnenschirme genutzt. Auch kleine Handventilatoren und Handtücher, um sich den Schweiß abzuwischen, sind beliebt.
Taiwan hat uns gut gefallen und wir glauben auch, wirklich das meiste Interessante auf der Insel gesehen zu haben. Toll war, dass Taiwan, obwohl die Insel recht klein ist, wirklich viel zu bieten hat! Auch die Freundlichkeit der Menschen hat uns beeindruckt.
Als ich die Preiszusammenstellung gemacht habe, hat es mich doch ein wenig überrascht. Nepal war für uns ja schon überraschend günstig, aber Taiwan hat das Ganze noch einmal getoppt. Obwohl wir für die einzelnen Kategorien Essen, Transport und Unterkunft mehr ausgegeben haben als in zum Beispiel Nepal, haben wir insgesamt um einiges weniger ausgegeben. Das könnte natürlich dann daran liegen, dass wir nicht sehr viele Eintritte zahlen mussten oder allgemein einfach weniger Aktivitäten hatten, die Geld gekostet haben.
Für Lebensmittel haben wir im Schnitt täglich pro Person 6,50 Euro ausgegeben. Für Transport inklusive Roller mieten und Parken waren es 5,10 Euro. Unterkünfte haben uns im Schnitt 11,80 Euro pro Person und Nacht gekostet, aber würde man es auf all unsere dort verbrachten Nächte runterrechnen sind es nur 10,10 Euro, weil wir ja drei Nächte kostenlos beim Couchsurfing waren.
Das bringt uns auf Gesamtkosten pro Person und Tag von 25 Euro!
| Land / durchschn. Ausgaben pro Tag und Person | Transport (ohne Hinflug) | Unterkunft (nur bezahlte Nächte) | Unterkunft (inkl. kostenlosen Übernachtungen) | Lebensmittel | Gesamt (ohne Flug) |
| Südkorea | 3,15€ | 17,00€ | 17,00€ | 8,00€ | 40,50€ |
| Japan | 12,50€ | 18,00€ | 18,00€ | 8,00€ | 55,20€ |
| Neuseeland | 41,00€ | 18,00€ | 14,00€ | 6,40€ | 87,90€ |
| Hawaii | 35,70€ | 50,00€ | 50,00€ | 11,10€ | 123,70€ |
| Mexiko | 17,30€ | 13,40€ | 13,40€ | 6,80€ | 55,10€ |
| USA | 28,90€ | 30,60€ | 17,20€ | 10,30€ | 70,50€ |
| Costa Rica | 3,00€ | 16,60€ | 16,60€ | 8,20€ | 57,40€ |
| Kuba | 6,80€ | 6,40€ | 6,40€ | 7,13€ | 35,60€ |
| Schottland | 29,07€ | 32,80€ | 12,30€ | 8,25€ | 62,98€ |
| Nepal | 2,70€ | 3,90€ | 3,90€ | 4,90€ | 33,80€ |
| Taiwan | 5,10€ | 11,80€ | 10,10€ | 6,50€ | 25,00€ |
