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Und dann ging es auf den höchsten Berg Großbritanniens

Steffi, meine Schottland liebende Freundin, hatte uns eine Woche zuvor davon erzählt, dass sie recht spontan auf den Gipfel des Ben Nevis gegangen sind. Das ist der höchste Berg Großbritanniens mit 1345m. Letztendlich kam die Idee auf, dass Chris und ich das ja auch machen könnten.

Gesagt, Getan. Wir haben uns dieses Vorhaben für einen Samstag vorgenommen, weil das einfach der beste Tag für uns war. Davor wollten wir in einem Hostel schlafen, also eine gute Menge Schlaf bekommen, und uns dann an den Anstieg machen. Das Wetter hat uns allerdings – wie auch schon beim Tongariro in Neuseeland – einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Samstag sollte es regnen. Aber diesmal wollten wir uns nicht so leicht unterkriegen lassen. Als wir Donnerstagabend den Wetterbericht angesehen hatten, haben wir uns entschieden, das Vorhaben einfach am Freitag zu starten. Das bedeutete zwar, erstmal eine wahrscheinlich recht kurze und kalte Nacht im Auto zu verbringen und im Anschluss den höchsten Berg Großbritanniens zu erklimmen. Eine andere Möglichkeit hatten wir allerdings nicht mehr, weil die übrigen Tage schon unverschiebbar verplant waren.

Also haben wir uns muggelig warm eingepackt und haben dem Freitag auf einem Parkplatz entgegengeschlafen. Gegen halb 6 morgens waren wir wach, um halb 8 ging es dann auch tatsächlich los.

Wir waren definitiv nicht die Ersten, die sich auf den Weg gemacht haben, aber allzu viel war noch nicht los. Der Weg ist relativ gut zu finden. Ab und zu gibt es ein paar kleine Abzweigungen oder Abkürzungen, aber letztendlich war es kein Problem, auf dem Hauptweg zu bleiben. Der führte nach etwa einem Drittel des Weges nach oben an einem kleinen Bergsee vorbei, wo wir auf einem kurzen Stück recht gerader Strecke ein wenig verschnaufen konnten.

Anschließend wurde alles ein wenig felsiger und wir mussten mehr darauf achten, wo wir hintreten.

Auf ungefähr den letzten 100-200 Höhenmetern haben uns dann kalter Wind und Schneefelder begrüßt. Schnell haben wir unsere Jacken wieder angezogen und haben uns weiter vorgekämpft.

Um 10.45 Uhr, nach 3 ¼ Stunden, haben wir dann endlich den Gipfel erreicht. Es war ziemlich kalt, aber hinter einer Mauer konnten wir Schutz finden und haben dort erstmal unser Mittagessen gegessen.

Eine halbe Stunde haben wir uns zum Verschnaufen gegönnt, bevor es an den Abstieg ging. Endlich waren wir die, die leichtfüßig nach unten gehen konnten, während wir den uns außer Atem Entgegenkommenden aufmunternde Blicke und Worte zuwerfen konnten.

Der Weg nach unten hat etwa 2 ¾ Stunden gebraucht. Die letzten paar hundert Meter sind wir zusammen mit einem älteren Pärchen aus den USA gegangen, mit denen wir uns über unsere und ihre Reiseabenteuer unterhalten haben. Als wir unten waren, haben sie uns noch spontan zum Mittagessen eingeladen. Wir konnten natürlich nicht nein sagen und haben Haggis und Cullen Skink bestellt. Letzteres ist eine Suppe aus Schellfisch, Kartoffeln und Zwiebeln. Haggis ist nochmal ein wenig spezieller, denn es ist Magen mit Herz, Leber, Lunge und Nierenfett vom Schaf. Zumindest einmal wollten wir es probieren, auch wenn man manchmal lieber nicht ganz darüber nachdenken will, was man da eigentlich isst. Überraschender Weise hat es uns beiden wirklich sehr gut geschmeckt!

Letztendlich haben wir uns vom Pärchen dankbar verabschiedet und sind hundemüde zum Hotel gefahren.

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