In Pakse, unserer ersten Stadt in Laos, wollten wir eigentlich nochmal in den Süden fahren, um die „4000 Inseln“ zu sehen. Weil die Busverbindungen übers Internet so schlecht herauszufinden waren, sind wir davon ausgegangen, dass wir das dann vor Ort machen können. Touren von Pakse zu den Inseln gab es online nämlich auch keine. Im Hotel angekommen hat der Besitzer aber darauf bestanden, dass sich ein Tagesausflug mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht lohnt und es absolut keine Touren gibt, die dorthin fahren. Tatsächlich haben wir an unserem letzten Abend, als wir unser Busticket zur Weiterfahrt abgeholt haben, große Werbung für Tagesausflüge dorthin gesehen – und natürlich habe ich mich geärgert. Am meisten eigentlich über die Beharrlichkeit, mit der unser Hotelbesitzer uns gesagt hat, dass ein Tagesausflug unmöglich sei und niemand sowas anbietet. Letztendlich haben wir die 4000 Inseln nicht gesehen, aber trotzdem haben wir zwei schöne Tage in Pakse verbracht.
Für zwei Tage haben wir uns ein Moped geliehen, das wir Lilo getauft haben. Das Nummernschild hatte Stitch aus dem Film Lilo und Stitch drauf und weil Stitch also schon da war, Lilo aber noch gefehlt hat, hieß das Moped letztendlich Lilo.


Den ersten Tag haben wir vier Wasserfälle in der Umgebung abgefahren. Sie liegen auf dem Bolaven Plateau und darum war es auch nicht ganz so heiß für uns an diesem Tag. Die ersten beiden Wasserfälle waren wirklich schön und auch das Drumherum war gepflegt, hatte Restaurants und Shops. Der erste sogar eine Zipline, auf der man (für über 200 Euro) übernachten konnte.








Der dritte Wasserfall war etwas schwierig zu erreichen, denn die Straße war matschig und rutschig. Uns kamen Ausländer auf dem Moped entgegen, die allem Anschein nach nicht nur einmal ausgerutscht sind und uns auf die Gefahr hingewiesen haben. Es hieß, beim Wasserfall kann man auch baden, aber als wir letztendlich angekommen sind, haben wir uns dagegen entschieden. Wir waren – außer den Kindern, die das Eintrittsgeld abkassiert haben – allein dort und die Strömung war zu stark, als dass man wirklich hätte baden können. Wahrscheinlich lag das aber auch einfach an der Regenzeit. Die Flüsse und Wasserfälle haben nämlich gut Wasser geführt, was sie umso beeindruckender gemacht hat.






Der letzte Wasserfall, oder sagen wir dessen Umgebung, ist uns allerdings am meisten in Erinnerung geblieben. Auf dem kleinen Weg dorthin haben wir an einem kleinen Restaurant gehalten, um Mittag zu essen. Dort hat uns der Besitzer in Empfang genommen mit den Worten „Seid ihr Deutsche?“ und wir sind ins Gespräch gekommen. Er kommt aus Österreich und ist vor über 20 Jahren nach Laos ausgewandert. Das Essen war Thai-angehaucht und von seiner Frau aus Laos gekocht. Auf dem Gelände konnten wir unser Moped außerdem stehenlassen, weil es am Wasserfall seiner Info nach keine sichere Parkmöglichkeit gibt. Zwar haben wir nicht ganz verstanden, was in Laos denn dann eine „sichere Parkmöglichkeit“ sein soll, denn das Gefühl, dass unser Moped irgendwo wirklich „sicher“ parkt, hatten wir nie, aber so sind wir den Weg dorthin zu Fuß gegangen. Ca. 15 Minuten später waren wir da und haben direkt verstanden, was er meint. Das Gebiet um den Wasserfall war völlig verlassen. Ein überwucherter Hotelkomplex, zugewachsene Schilder, verlassene Fahrzeuge und ein Trampelpfad haben uns begrüßt.
Wir sind den Schildern zu einer Treppe gefolgt, die wir kaum gefunden haben, und konnten am Ende der Treppe dann auch einen Blick auf den Wasserfall werfen.
Auf dem Rückweg wollten wir uns das Hotel aber doch nochmal genauer ansehen. Überall waren Scheiben eingeschlagen und altes Infomaterial lag verstreut am Boden. Wir haben Flyer von 2019 gefunden und so erfahren, dass hier wohl 2019 zumindest noch alles in Ordnung gewesen war. Ein paar Schritte zur Rezeption weiter und wir konnten die Menükarte lesen. Und dann haben wir zahllose Buchungsanfragen und -bestätigungen gefunden. Natürlich alle mit ausführlichen Informationen, E-Mail-Verläufen, Adressen und so weiter. Die meisten davon stammten von 2018 und 2019. Wir gehen davon aus, dass das das Hotel wegen Corona 2020 geschlossen wurde, alle Unterlagen vom letzten Jahr aber mitgenommen wurden. Online gibt es nämlich noch Gäste-Bewertungen von 2020. Umso beeindruckter waren wir von der Tatsache, wie weit sich die Natur in nur drei Jahren wieder alles zurückgeholt hatte.












Auf dem Heimweg haben wir noch bei einem Aussichtspunkt über Pakse vorbeigeschaut.



