Als wir uns dafür entschieden haben, in Nepal wandern zu gehen, wussten wir, dass es einige Dinge zu beachten gibt. So existiert seit ein paar Monaten ein Gesetz, dass man nur mit einem lokalen Guide wandern gehen darf. Was genau das bedeutet, war uns relativ unklar. Wie sieht es mit Eintageswanderungen aus? Wie sieht es damit aus, einmal nur ins nächste Dorf zu wandern?
Wir sind relative Anfänger, was Mehrtageswanderungen angeht, deshalb hätten wir uns ohnehin dazu entschieden, für unsere erste Mehrtageswanderung einen Guide zu suchen. Der Plan: In Nepal ankommen, zwei Nächte in Kathmandu schlafen, nach Pokhara fahren, dort zwei Nächte schlafen und dann auf eine Drei- oder Vier-Tages-Wanderung gehen. Weil wir keine Lust hatten, uns unter Zeitdruck vor Ort schnell einen Guide suchen zu müssen, haben wir uns für ein Onlineangebot entschieden – wohlwissend, dass es wahrscheinlich teurer sein wird als vor Ort.
Den Trek nahe Pokhara zum „Poon Hill“ gibt es in mehreren Variationen. Für uns kam entweder die Drei-Tages-Wanderung oder die Vier-Tages-Wanderung infrage. Da online der vierte Tag aber fast 100 Euro mehr gekostet hätte, was wir überhaupt nicht nachvollziehen konnten, haben wir uns für die kürzere Variante entschieden. Gebucht haben wir über getyourguide.de, was problemlos verlief. (Unseren zweiten Trek haben wir nicht online gebucht, worüber wir aber weiter unten im Artikel noch etwas erzählen wollen.) Wir haben kurz darauf auch eine Whatsapp-Nachricht vom Organisator bekommen und konnten immer Fragen stellen, wenn wir etwas wissen wollten.
Vom Guide mit Fahrer wurden wir dann zum entsprechenden Zeitpunkt im Hotel abgeholt. Auf dem Weg hat er uns sogar noch an einem nicht eingeplanten Aussichtspunkt vorbeigefahren, weil das Wetter so gut war. Zum Trek selbst könnt ihr im Artikel Unsere erste Mehrtageswanderung mehr nachlesen. Wir wollen hier nicht nochmal genau das Gleiche schreiben, sondern euch eher einen Eindruck geben, wie sowas in Nepal aktuell abläuft.
Auf dem Poon Hill Trek hätten wir wahrscheinlich sogar alleine den Weg gefunden. Er war meistens recht klar definiert und es standen sogar Wegweiser da. Dadurch dass es Off-Season war, wäre es auch überhaupt kein Problem gewesen, eine Unterkunft zu finden, von denen es wirklich zahlreiche auf dem Weg gibt. Für uns war es eher ein Luxus, sich nicht um so etwas kümmern zu müssen. Unser Guide (ungefähr unser Alter) war außerdem wirklich sehr nett und es hat sich mehr danach angefühlt, dass wir jemanden für all die Infos über Nepal, die wir von ihm bekommen haben, bezahlt haben, als dass wir jemanden bezahlt haben, der uns den Weg zeigt. Er hat sich sehr gut auf uns eingestellt und es lief eigentlich alles ohne Probleme. Immer wieder hat er gefragt, ob er Fotos von uns machen soll, oder ob wir Pausen brauchen.


Wir sind den gleichen Weg wieder zurückgegangen wie wir gekommen sind und wurden dann mit dem Jeep abgeholt und wieder nach Hause gebracht.
Unser zweiter Trek war sehr anders. Als wir in Nepal angekommen sind, hat uns gleich jemand am Flughafen abgefangen, ein günstiges Taxi zum Hotel organisiert, aber auch eine kostenlose individuelle Planung für ein Trekking in der Kathmandu-Region. Wir hatten uns noch nicht entschieden, ob wir überhaupt nochmal eine Mehrtageswanderung machen wollen, aber eine unverbindliche Planung ist ja auch nicht verkehrt.
Wir wurden also direkt vom Flughafen in eine Hotel-Lobby gebracht, wo der Chef einer Tour-Organisation sich mit uns hingesetzt und unsere Wünsche auf Papier gebracht hat. Letztendlich ist dabei ein Plan für eine Drei-Tages-Wanderung rausgekommen, die uns nach Nagarkot bringen sollte. Geplant war zwei Tage Wandern und am dritten Tag dann der Besuch von Bhaktapur, einer Stadt, die schon rund 7 v. Chr. entstand und darum reich an Kulturerbe ist. Die Tour war aber erst für das Ende unserer Nepalreise geplant und während dieser zwei Wochen Reisen haben wir uns dafür entschieden, die dreitägige Tour auf eine viertägige Tour auszuweiten. Zurück in Kathmandu war es kein Problem, noch einen Tag hinzuzufügen und der Chef der Organisation hat uns alles auch sehr kompetent erklärt und Tipps gegeben, was gut anzusehen wäre. Einen Tag vor dem Start der Tour haben wir also zugesagt, bezahlt und uns für den nächsten Tag acht Uhr mit dem Guide verabredet. Über die Wanderung selbst könnt ihr im Artikel Wandern bei Kathmandu mehr lesen. Wie wir dort ausführlich beschrieben haben, waren wir mit dem Guide bei dieser Wanderung leider nicht wirklich zufrieden.
Wir haben uns anschließend gefragt, was für andere Möglichkeiten der Buchung wir gehabt hätten. Es kam uns so vor, als würde man, wenn man in ein Büro einer Tour-Organisation geht, selten wirklich den Guide kennenlernen. Und selbst wenn man ihn vor der Buchung direkt kennenlernt, weiß man von zehn Minuten „Hallo“-sagen ja trotzdem nicht, wie er dann während der Tour drauf ist.
In Kathmandu und Pokhara gibt es auf jeden Fall auch viele Büros am Straßenrand, die einem Wandertouren verkaufen. Wir wollen hier noch kurz unsere Erfahrung mit Preisen zusammenfassen. Dazu vorab: Auf beiden Touren waren nur wir beide unterwegs. Normalerweise finden solche Touren als Gruppenwanderungen statt, also je nachdem wie viele Personen zu diesem Zeitpunkt buchen, aber da wir nicht in der Touristensaison da waren, gab es sonst niemanden außer uns beide.
Als wir unsere Drei-Tages-Poon Hill-Tour online gebucht haben, haben wir 138 Euro pro Person für vier Tage/drei Übernachtungen gezahlt. Das beinhaltete den Transport zum Startpunkt (ca. eine Stunde) und den Rücktransport zum Hotel. Außerdem die Eintrittsgelder für den Nationalpark und die Unterkünfte. Diese haben nach Preisliste der Unterkünfte so etwa 4-7 Euro pro Zimmer gekostet. Die Bezahlung für den Guide sowie dessen Unterbringung und Verpflegung war auch dabei, wobei man hier sagen muss, dass wir wahrscheinlich billiger gekommen wären, hätten wir vor Ort gebucht. Dadurch, dass diese Tour auch mit nur einer Person stattfindet und bei der Onlinebuchung ein fester Preis angegeben ist, gehen wir davon aus, dass jede Person den vollen Preis für den Guide zahlt. Normalerweise teilt man sich die Kosten für den Guide nämlich innerhalb der Gruppe.
Die Drei-Tages-Tour hat also 138 Euro pro Person gekostet, während die Tour, die einen Tag länger ging, rund 225 Euro gewesen wäre. Wir haben diesen Preisunterschied nicht verstanden, deshalb haben wir uns für die kürzere Tour entschieden. Dieses Fragezeichen hat sich allerdings geklärt, als wir wieder zurück waren. Als wir eine Bewertung auf Getyourguide.de geschrieben haben, ist uns aufgefallen, dass genau die Tour, die wir gebucht haben, jetzt 216 Euro pro Person kostet und die Vier-Tages-Tour 288 Euro. Wir gehen also davon aus, dass die Organisation irgendeinen Fehler beim Online-Einstellen gemacht hat und es ihnen aufgefallen ist, nachdem wir gebucht hatten.
Eine Rumänin, die wir getroffen haben, hat ebenfalls eine Poon Hill Tour gemacht. Bei ihr ging die Tour fünf Tage, allerdings waren darin wohl auch die Fahrt von Kathmandu nach Pokhara und wieder zurück inkludiert (zusammen rund 25 Euro), von der jede einen kompletten Tag dauert, sowie Essen und Unterkunft. Sie hat sie vor Ort in Kathmandu gebucht und etwa 550 Euro dafür gezahlt, was wir als sehr teuer angesehen haben.
Wir haben in Kathmandu auf Schildern diese Tour ebenfalls angeboten gesehen, allerdings für rund 250 Euro.
Zur Vier-Tages-Tour, die wir in der Nähe von Kathmandu gemacht haben und vor Ort gebucht haben: Sie hat uns ebenfalls 138 Euro pro Person gekostet. Inkludiert war allerdings sogar noch mehr als bei Poon Hill: Drei Nächte sowie einige Transporte. Der Grund war, dass es eher eine individuell zusammengestellte Tour mit Orten um Kathmandu war, die uns interessiert haben. Dadurch konnte man nicht überall immer hinlaufen, sondern musste zwischendrin auch mal mit dem Taxi fahren. Der Eintritt nach Bhaktapur von jeweils 12 Euro kam allerdings noch dazu, sodass wir am Ende bei 150 Euro waren. Der ursprüngliche Preis war nochmal rund 13 Euro teurer pro Person, aber ein bisschen Zögern unsererseits hat zum Rabatt geführt. Insgesamt sind wir recht zufrieden mit dem Preis. Natürlich geht es immer billiger, aber die Angebote, die wir vor Ort gesehen haben, haben sich auch so etwa um diesen Preis gedreht.
Eine weitere Buchung wollen wir noch kurz am Ende erwähnen. Wir sind nach Barathpur (nicht Bhaktapur!) gefahren, um von dort aus in den Chitwan-Nationalpark zu gehen. Am Eingang des Parks liegt noch ein anderer Ort namens Sauraha, aber da unser Bus in Barathpur gehalten hat und nicht in Sauraha, haben wir uns für die Übernachtung in Barathpur entschieden und wollten vor Ort nach einem Bus in zwei Tagen nach Bandipur suchen sowie eine Safari-Tour am nächsten Tag im Chitwan-Park. Bis jetzt konnten uns die Hotels dabei immer sehr helfen – diesmal allerdings nicht. Sie haben nur gesagt, wir sollen zum Pokhara Busbahnhof und dort fragen. Für die Safari-Tour sollen wir uns hier in der Stadt eine Organisation suchen. Es endete damit, dass am Pokhara Busbahnhof nicht wirklich ein Touristenbus fuhr und es außerdem so gut wie keine Tour-Organisationen in der Großstadt gab. Wir haben es letztendlich nach ewigem durch die Hitze laufen geschafft, einen Bus zu buchen, mussten dafür aber in einem Reisebüro mit der Zentrale in Kathmandu telefonieren. Die Safari-Tour haben wir dort gar nicht erst versucht zu buchen, weil es wirklich ein ewiges Hin und Her war. Wir sind es dafür so angegangen: Wir haben uns auf Google Maps angesehen, welche Organisationen in Sauraha vor Ort sind und haben diese dann über Whatsapp angeschrieben. Vier davon haben geantwortet und wir haben uns die mit dem besten Angebot rausgesucht. Das Ergebnis könnt ihr im Artikel Chitwan-Nationalpark nachlesen. Allerdings mussten wir unseren eigenen Transport ins 30min entfernte Sauraha organisieren – was an sich kein Problem war, weil sie uns schon durchschnittliche Preise für Rikscha und Taxi genannt haben.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Chance, ein billigeres Angebot zu bekommen, vor Ort sehr viel größer ist. Allerdings muss man sich natürlich dann auch die Zeit nehmen, erstmal was zu suchen. Wir können auch nicht sagen, wie viele Guides in der Hochsaison zur Verfügung stehen und wie groß die Gruppen dann letztendlich werden. Es ist natürlich sehr viel angenehmer – gerade beim Wandern – in seiner eigenen Geschwindigkeit zu gehen und nicht noch auf 20 andere Wanderer der Gruppe Rücksicht nehmen zu müssen.

Die größeren Wanderungen wie z. B. zu den Base Camps, die mehrere Wochen gehen, starten meistens an festen Tagen, anders als diese kleinen Touren, die wir jetzt unternommen haben. Diese sollte man also wahrscheinlich schon im Voraus buchen.
