Es fällt uns schwer, einen Rückblick zu Japan zu machen, da wir beide schon dort waren und für uns vieles nicht mehr komplett neu ist. Trotzdem versuchen wir, ein Bild davon zu machen.
Japaner sind noch immer sehr höflich und hilfsbereit. Uns beiden kam es so vor, als würden sie außerdem öfter Englisch versuchen mit uns zu sprechen als früher.
Nachdem wir in Korea waren, kam uns in Japan alles ein wenig teurer vor, aber in Wirklichkeit hatten wir sehr viel Glück mit dem Umrechnungskurs. Der Yen stand recht gut für uns (1€ = 145¥), sodass alles nicht so teuer war wie es noch vor 3 Jahren gewesen wäre. Außerdem war die Inflation in Japan (noch) nicht so hoch wie zur gleichen Zeit in Deutschland.
Wir haben allerdings in Japan sehr viel Geld für Transport ausgegeben. Insgesamt für 36 Tage waren es pro Person rund 450 Euro. Das sind 12,50 Euro im Schnitt pro Tag. Zum Vergleich: In Korea waren es rund 3,15 Euro pro Tag. Dazu muss man allerdings sagen, dass wir in Korea mehr Dinge in Laufnähe hatten und auch keine so großen Strecken zurückgelegt haben wie in Japan.
Für Essen haben wir pro Tag pro Person im Schnitt 8 Euro ausgegeben – also so viel wie in Korea. Dabei war die Preisspanne in Japan sehr viel größer. Es gab Tage, da haben wir Freunde getroffen und haben pro Essen 30 Euro gezahlt, dafür war das Mittag im Restaurant am nächsten Tag nur 3 Euro teuer oder es gab was aus dem Supermarkt für einen Euro. In Korea waren wir hingegen öfter auswärts essen, weil es recht billig war.
Unterkünfte waren im Schnitt pro Nacht pro Person 18 Euro. Also etwa einen Euro mehr als in Südkorea.
Allgemein haben wir außer in Tokyo recht wenig ausländische Touristen gesehen. Was daran liegen kann, dass Japan ja erst einen Monat vorher wieder unbegrenzt und ohne große Auflagen Ausländer ins Land gelassen hat.
Auf Kyushu hatten wir öfters Probleme mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. An sich waren sie zwar kein Problem selbst, aber die Verbindungen sind nicht sehr gut und man muss beim Fernverkehr oft Umwege fahren. Schnellzüge gibt es auch kaum. Das mag zwar hauptsächlich daran liegen, dass es nicht allzu viele riesige Städte auf Kyushu gibt, aber es ist uns nach 2 Wochen dort speziell aufgefallen.
Die Technologie in Japan ist oft überraschend alt. Gerade was Busse hauptsächlich auf dem Land angeht, aber auch allgemein die Taxis – egal ob auf dem Land oder in der Großstadt. Auch die Züge selbst rattern sehr und fahren relativ unruhig (ausgenommen die Schnellzüge) dafür, wie viele Züge in Japan und speziell Tokyo unterwegs sind.



Auf der anderen Seite gibt es in unglaublich vielen Restaurants in den Städten Displays, mit denen man bestellen kann – oder es wird direkt von einem Roboter an den Tisch gebracht. In dieser Hinsicht ist die Technologie also weit entwickelt.
Egal ob alte oder neue Technologie – in Japan wird alles mit einem süßen Gesicht versehen oder es gibt ein Maskottchen dafür. „Kawaii“ ist das japanische Wort, das dieses Phänomen am besten beschreibt.



Leider negativ ist uns aufgefallen, dass vor allem durch Corona die Möglichkeiten für Ausländer recht zurückgegangen sind. Wir wollten immer wieder Tickets für verschiedene Dinge kaufen und sehr oft gab es Webseiten nur auf Japanisch oder ausländische Kreditkarten wurden gar nicht akzeptiert. Meist brauchte man auch noch eine japanische Telefonnummer oder man musste seinen Vor- und Nachnamen in japanischen Zeichen angeben. Das kam uns vor Corona in Japan nicht ganz so kompliziert/unmöglich vor.
Einen positiven Punkt müssen wir hier mit Kyushu aber auch noch erwähnen. Wir waren wirklich sehr beeindruckt von der Natur auf der südlichen Insel – vor allem von der auf der kleinen Insel Yakushima. In Japan lebt man viel mit der Natur in Einklang, was gerade bei Schreinen sehr deutlich wird. Diese Natur liegt den Japanern am Herzen und in vielerlei Hinsicht merkt man das auch.

Am Ende wollen wir das Thema Corona in Japan noch aufgreifen. Auch schon vor Corona trugen die Menschen in Japan ja oft eine Maske. Diesmal ist uns aber aufgefallen, dass in jeder noch so kleinen Nebenstraße und auf jedem noch so weitläufigen Feldweg eine Maske getragen wurde. Die Regel, dass man draußen Maske tragen muss, wurde vor unserer Ankunft aufgehoben und trotzdem hat man die meisten Menschen mit einer angetroffen. Es gab aber auch Ausnahmen. Zum Beispiel haben wir immer mal wieder gesehen, wie in der Bahn die Maske nicht richtig über der Nase getragen wurde.
An dieser Stelle eine Anekdote aus Südkorea: Dort haben wir einen jungen Koreaner dabei beobachtet, wie er sich (wahrscheinlich nicht ganz ernst gemeint) eine Krawatte vor den Mund und eine vor die Nase gebunden hat, weil er seine Maske vergessen hatte. Sein Freund neben ihm hat sich irgendwann erbarmt und hat eine Maske für ihn aus seiner Tasche gezogen.
Auch wenn man in Japan irgendwo rein wollte, sei es ein Museum, Konzert oder Restaurant, wurde oft die Temperatur gemessen und darauf bestanden, dass man die Hände desinfiziert. Dafür gab es oft Spender, die man nicht einmal mit der Hand, sondern direkt mit dem Fuß bedienen konnte.
Was Corona angeht, sind die Japaner also noch sehr auf der Hut und vorsichtig!


Das wäre soweit das, was uns diesmal in Japan aufgefallen ist. Gerne könnt ihr natürlich nachfragen, wenn ihr noch irgendwas spezielles wissen wollt!
| Land / durchschn. Ausgaben pro Tag und Person | Transport | Unterkunft (nur bezahlte Nächte) | Unterkunft (inkl. kostenlosen Übernachtungen) | Lebensmittel | Gesamt (ohne Flug) |
| Südkorea | 3,15€ | 17,00€ | 17,00€ | 8,00€ | 40,50€ |
| Japan | 12,50€ | 18,00€ | 18,00€ | 8,00€ | 55,20€ |

