Wie kommt man dazu, so weit in den Süden von Japan zu fahren? Im Grunde fing alles mit einem meiner Lieblingsfilme von 1997 an, „Mononoke Hime“. Der Film ist von dem bekanntesten Anime-Studio Japans und handelt von Naturgöttern und dem Eingriff der Menschen in die Natur in einem Japan aus vergangener Zeit. Viele Szenen spielen in einem bergigen Gebiet, das wie eine Art Urwald ist. Irgendwann habe ich erfahren, dass es die Insel Yakushima war, die den Regisseur dazu inspiriert hat und nachdem ich viele Fotos gesehen habe, wollte ich „irgendwann“ mal dorthin.
Dieses „irgendwann“ habe ich viele Jahre aufgeschoben, weil Yakushima einfach unglaublich abgelegen liegt. Aber jetzt war es endlich soweit!
Als ich meiner japanischen Freundin Yumi davon erzählt habe, wollte sie unbedingt mitkommen, weil sie auch noch nie dort war, aber so viel Gutes darüber gehört hat. Außerdem wohnt sie nicht allzu weit davon entfernt.
Schon als wir am Morgen mit der Fähre der Insel näher gekommen sind, war der Anblick toll. Überraschend hohe, von den unterschiedlichsten Bäumen bewachsene Berge, vom Meer umgeben.
Leider gibt es im Grunde nur drei Straßen auf dieser Insel. Eine, die einmal komplett an der Küste rumführt (Busse fahren aber eine bestimmte Strecke nicht…), und zwei Straßen, die zu zwei verschiedenen Wanderwegen führen. Außerdem fahren die Busse so selten, dass es sinnvoller ist, ein Auto zu mieten. Wir hatten uns trotzdem aus verschiedenen Gründen für die Busse entschieden.
Belohnt wurden wir mit dem Besuch eines kleinen Shinto-Schreins, der dort schon seit 300-400 Jahren steht. Damals sind viele Menschen an den Pocken gestorben, nur der Ort, wo anschließend der Schrein zum Dank gebaut wurde, nicht. Auf jeden Fall ein toller Start in einen Tag voller Natur!




Mit dem Bus gings dann weiter den Berg hoch. Etwa drei Stunden haben wir dort auf spannenden Wanderwegen verbracht. Zwar kamen uns immer wieder andere Menschen entgegen, allerdings haben wir nicht einmal Müll auf den Wegen gesehen und alles war so naturbelassen als wäre dort seit Ewigkeiten niemand mehr gewesen.










Trinkbrunnen gab es zwar nicht, aber dafür wurde uns geraten, unsere Flaschen beim Fluss wieder aufzufüllen. Das hat Yumi auch gleich versucht, wie man auf einem der oberen Bildern sieht.
Leider haben wir den Weg nicht komplett geschafft, da der letzte Bus um 16 Uhr fuhr. Sicher hätten wir noch den ganzen Tag dort verbringen können, aber wir waren auch ziemlich geschafft nach dem langen Auf und Ab und den abenteuerlichen Pfaden.


Als Unterkunft auf Yakushima hatten wir ein altes japanisches Haus, das für uns drei eigentlich schon fast zu groß, aber dafür wirklich sehr schön und mit (fast) allem ausgestattet war.



Abends haben wir dann noch etwas gekocht und eine der drei Versionen von Mononoke Hime angesehen, die dort in der Unterkunft herumlagen.

Mit Natur gings am nächsten Tag weiter, allerdings nur noch am Vormittag zu einem kleinen Wasserfall und einem Strand.




Die vier Stunden Fähre am Nachmittag zurück nach Kagoshima waren wesentlich angenehmer als die Hinfahrt. Der Wellengang war nicht so schlimm und die Fähre war auch wesentlich besser ausgestattet. Es gab sogar ein kleines Zimmer mit Wasserschildkröten, Bücher zum Ausleihen und Filme, die im Fernsehen liefen.
Nach einem Abendessen mit Yumi haben wir uns dann von ihr in Kagoshima verabschiedet. Wir treffen sie allerdings später in Nagasaki nochmal für einen Tag.
