Das Mädchen hatte vor vielen Jahren für ein paar Monate in Tokyo gelebt und wollte dem Jungen zeigen, wie denn so ein heruntergekommenes Haus im Zentrum Tokyos aussieht, das sie sich mit einigen Ratten teilte. Mit nichts als den Erinnerungen des Mädchens gingen sie also los.
Von der Bahnhaltestelle aus war es gar nicht so weit. Das Mädchen kannte die Richtung und wusste, dass sie neben einem sehr großen, hohen Haus gelebt hatte. Das Haus zu finden war gar nicht so schwer, aber wo war der Eingang? Alles sah so neu aus!
Einmal drum herum gelaufen, fanden sie schließlich die richtige Ecke und auch der Parkplatz, an den sie sich erinnerte, war noch da. „Von dort aus ist es die zweite oder dritte Straße!“
Doch dort war nichts. Nur andere Häuser. Nichts, was so aussah wie ihr Haus.
Wo sollten sie nur suchen?
Fast wollten sie schon aufgeben, als der Junge sie fragte, ob sie denn damals kein Foto gemacht hätte.
Doch, das hatte sie! Und ihre Seite, auf die sie es hochgeladen hatte, war ja auch noch zu finden! Also zeigte sie ihm das alte, unterbelichtete, dunkle Bild und die beiden begannen, die Fenster, Farben der Häuser und Größe der Straßen zu analysieren.
„Das ist es!! Hier sind die Fenster von dem Haus da hinten!“, rief er schließlich aufgeregt.
„Und das hier ist die Straße!!“, meinte sie ebenfalls in Vorfreude.
Kurz bevor sie stehenblieb und lachte.
Auf seinen fragenden Blick hin deutete sie auf das neue Haus, das gerade gebaut wurde sowie die freie Fläche daneben. „Da war es mal.“
Er folgte ihrem Blick und verglich die Position mit dem auf dem alten Foto.
„Aber wir haben es gefunden!!“, lachte er und sie stimmte ein.
In der Tat hatten sie zumindest den Ort wiedergefunden. Kein Wunder, dass die Besitzer das heruntergekommene Haus nicht mehr renoviert hatten. Wahrscheinlich war es schon damals nur noch an Ausländer für Kurzzeitaufenthalte oder Japaner mit wenig Geld vermietet worden, weil das Haus sowieso zum Abriss verurteilt war.


