Das andere Ende der Welt, ein Land namens Neuseeland, meinte es nicht ganz so gut mit dem Mädchen und dem Jungen. Ein Campervan mit (Koch-)Geschirr, Bettwäsche, Kühlschrank und weiteres Zubehör war nicht mehr verfügbar. Und sie mussten sich eingestehen: Sie hatten sich einfach zu spät darum gekümmert.
Doch das Glück war ihnen hold, denn schließlich bekamen sie nach einigen Anfragen doch noch eine Zusage – für den letzten Van des Anbieters, allerdings auf der Südinsel. Dabei führte ihr Flug sie doch auf die Nordinsel, von wo aus sie einen Rundtrip starten wollten! Der Vermieter machte aber schnell klar, dass es auf der Nordinsel überhaupt keine verfügbaren Campervans mehr gäbe – auch nicht bei der Konkurrenz. Letztendlich buchten sie also einen Weiterflug von der Nord- auf die Südinsel und sagten dem Van zu. Die Freude währte aber nur eine kurze Zeit. Einen Tag später kam eine überraschende Absage. Das Auto hätte einen Totalschaden. Was für ein Reinfall!
Also entschieden sich die beiden dazu, einen Geländewagen auf der Südinsel zu mieten, in dem sie auch schlafen konnten – das Zubehör war da natürlich nicht dabei. Es wurden also noch billig Schlafsäcke und Decken gekauft und damit war alles vorbereitet.
Mit dem Auto sollte es dann von der Süd- auf die Nordinsel gehen, daher buchten sie auch die Nachtfähre (um 2:30!) von der Süd- auf die Nordinsel für 2 Personen und ein Auto. Nachdem die Fähre gebucht und bezahlt war erfuhren sie, dass ihre Autovermietung nicht zuließ, dass der Mietwagen auf eine Fähre fuhr. Sie sollten das Auto am Tag vorher auf der Südinsel abgeben und ein anderes am Tag darauf auf der Nordinsel abholen. Dumm nur, dass sie die Fähre schon für das Auto gebucht hatten und dafür auch kein Geld zurückbekamen. So buchten sie trotzdem zur Sicherheit von zwei Personen mit einem Auto auf nur zwei Fußpassagiere um.
Wenigstens war ihnen das Auto sicher. Ihnen war nur noch nicht ganz klar wieviel Zeit sie zwischen der Rückgabe des ersten Autos und dem Besteigen der Fähre um 2:30 bzw. auf der anderen Seite zwischen Ankunft und Übergabe des zweiten Autos überbrücken mussten – und das mit dem ganzen Gepäck.
Nach ihrem 10-Stunden-Flug kamen sie schließlich mit Verspätung auf der Nordinsel an. Drei Stunden hatten sie noch bis zum Weiterflug. Allerdings mussten sie die Einreiseformalitäten erledigen, das Gepäck abholen und nochmal neu einchecken sowie zwischendurch mit einem Bus zu einem anderen Terminal fahren. Zumindest das schafften sie alles in der Zeit.
Doch ein Unglück folgte dem nächsten. Kurz die eingegangen Nachrichten überprüft, erfuhren sie, dass ihnen ihre Unterkunft von diesem Tag abgesagt hatte, da „jemand anderes verlängert hat“. Eine solche Absage hatten sie noch nie bekommen! Und auch noch so kurzfristig!!
Ihnen blieb nichts anderes übrig, als sich nach einer neuen Unterkunft umzusehen, die dann auch gleich gebucht wurde. Teurer, aber besser ein Dach über dem Kopf als auf der Straße schlafen – zumal sie das Auto erst am nächsten Morgen abholen konnten.
In den Kommentaren lasen sie, dass diese Unterkunft so etwas wohl öfter mit ihren Gästen machte und diese auch nie ihr Geld zurückbekamen. Na das konnte ja heiter werden.
Zusätzlich war das Mädchen auch noch krank und hatte die Nase voll von dem ewigen hin und her, dem nervigen Gepäck und den ganzen schlechten Nachrichten.
Doch diese sollten nicht enden. Als sie am nächsten Tag das Auto abholen wollten, wurde ihnen gesagt, dass sie es fünf Tage früher als geplant am Fährhafen abgeben mussten und auch am gleichen Tag das andere Auto auf der Nordinsel abholen mussten. Das machte doch gar keinen Sinn! Außerdem wollten sie nicht fünf Tage früher die Südinsel verlassen!
Doch ein Anruf des Vermieters bei seinem Kollegen später und es war geregelt. Das Mädchen und der Junge durften das Auto behalten und durften sogar damit auf die Fähre fahren. Blöd, dass sie damals ihre Tickets von „2 Personen und 1 Auto“ auf „2 Personen ohne Auto“ umgebucht hatten. Doch wenigstens hatten sie das Auto!
Letztendlich gab es positive und negative Enden zu den jeweiligen Geschichten. Das Geld für die nicht genutzte Unterkunft sahen sie nie wieder, dafür konnten sie aber die Fähre auf „mit Auto“ zurück wechseln, ohne noch einmal die Überfahrt für das Auto bezahlen zu müssen. Dieser holprige Start sollte nur die Prüfung gewesen sein für eine schöne Zeit (hoffentlich) ohne weitere Schwierigkeiten in Neuseeland.
