Beim Grand Canyon haben wir von vorneherein eine Nacht verlängert, als wir gesehen haben, dass an dem einen Tag, an dem wir ihn anschauen wollten, hauptsächlich Regen zu erwarten war. Also sind wir letztendlich von Dienstagmittag bis Donnerstagabend dort gewesen. Am Dienstag haben wir uns erstmal einen Überblick verschafft und sind mit den Shuttlebussen einen Teil der Aussichtsstrecke abgefahren.






Dann sind wir recht spontan einen kleinen Teil des Bright Angel Wanderwegs gegangen. Nach ca. einer Stunde haben wir umgedreht, weil alles einfach viel zu vereist war. Wir haben es zwar so weit geschafft, aber es war körperlich und mental anstrengend. Trotzdem war es das auf jeden Fall wert.




Eigentlich wollten wir den Sonnenuntergang anschauen, aber je später es wurde, desto schlechter wurde das Wetter und wir haben uns noch im Hellen auf den Heimweg gemacht.
Den verregneten Mittwoch haben wir komplett mit Einkaufen, Wäsche machen, Blog schreiben usw. verbracht – und waren kurz noch in Williams unterwegs, wo wir gewohnt haben. Es ist eine Stadt direkt an der Route 66 und hat sich dessen auch völlig verschrieben.











Zum Glück haben wir uns noch einen Tag genommen, denn am Donnerstag hat es in Williams zwar geschneit wie blöd, aber am Grand Canyon, etwa eine Stunde weit entfernt, hat wunderbar die Sonne geschienen.
Wir haben allerdings aus unseren Fehlern vom Bright Angel Trail gelernt und haben uns letztendlich doch so genannte „Cramp ons“ gekauft. Das sind Gummisohlen, die man unter die Schuhe schnallen kann und deren Metallteile sich im Eis festhaken. Die ganze Prozedur diese Teile zu kaufen hat uns länger gekostet als wir dachten, aber letztendlich sind wir gegen 12 Uhr damit dann endlich los – nur um festzustellen, dass wir den Wanderweg, den wir für diesen Tag vorhatten, auch ohne hätten machen können, weil das Eis mittlerweile – bis auf die ersten ca. 200 Meter – geschmolzen war. Naja. Vielleicht werden sie ja doch irgendwann noch mal nützlich.


Wir sind also los. Der Wanderweg heißt „South Kaibab Trail“ und hat viele Etappen. Allerdings kommen nur drei davon für einen Tagesausflug infrage:
- Ooh Aah Point mit 1,5km Hinweg und 230 Höhenmetern vom Startpunkt (Schwierigkeitsgrad: mittel)
- Cedar Ridge mit 2,4km Hinweg und 340 Höhenmetern vom Startpunkt (Schwierigkeitsgrad: schwierig)
- Skeleton Point mit 4,8km Hinweg und 620 Höhenmetern vom Startpunkt (Schwierigkeitsgrad: sehr schwierig)


Es gibt zwar auch anschließend noch weitere Punkte, aber es wird davon abgeraten, diese an einem Tag zu machen, an dem man auch wieder an den Ausgangspunkt zurück möchte und nicht unten im Tal im Camp übernachtet.
Wir wollten es allerdings versuchen den letzten Punkt, der für eine Tageswanderung in Ordnung ist, zu erklimmen: den Skeleton Point. Mit unseren Cramp Ons sind wir also gegen Mittag losgezogen. Es war sonnig und das Wetter hat einfach super mitgespielt! Es war weder heiß noch eiskalt, also im Grunde perfektes Wanderwetter. Leider war es auch sehr matschig, weil der Schnee eben gerade geschmolzen war und es am Tag vorher auch sehr geregnet hatte. Die Cramp Ons haben uns also eher vor im Matsch ausrutschen als auf Eis ausrutschen geschützt.



Am Ooh Aah Point kamen uns dann auch Mulis entgegen, die den Transport nach und von der Ranch und Übernachtungsmöglichkeit unten im Tal nach oben ins Dorf übernehmen. Nein, sie transportieren keine Menschen, sondern den Müll, Lebensmittel usw.



Bis zum Skeleton Point haben wir letztendlich 2,5 Stunden gebraucht. Auf dem Plan stand, dass es mit Hin- und Rückweg ungefähr 4-6 Stunden dauert. Oh je, haben wir uns gedacht. Wenn nach unten schon 2h 30min braucht, wie lang braucht es dann, den ganzen Weg wieder hochzugehen? Interessanterweise haben wir nach oben dann nur 1h 45min gebraucht. Wir gehen davon aus, dass es kürzer war, weil wir weniger Pausen gemacht haben – für Fotos und Essen. Nach oben war es eher ein… „Das müssen wir jetzt durchziehen. Je mehr Pausen wir machen, desto härter wird es…“ und scheinbar hat das ganz gut so funktioniert. Insgesamt waren es rund 620 Höhenmeter, die wir auf einem Weg gemacht haben. Das ist mehr als jede andere Wanderung, die wir bis jetzt hatten. Der Blick am Skeleton Point war zwar auf jeden Fall ein anderer als von oben vom Rand des Canyons aus, aber trotzdem hat es sich angefühlt, als hätten wir gerade mal ein wenig am Canyon gekratzt. Ein wenig juckt uns eine Mehrtageswanderung jetzt schon in den Fingern, allerdings muss man diese immer schon Monate im Voraus reservieren, also kommt es bei dieser Weltreise weniger infrage.






Nach der Wanderung haben wir uns dann, zurück oben am Rim, noch den Sonnenuntergang angesehen, bevor wir wieder nach Hause gefahren sind.





