Dass wir so ein Problem bekommen würden, einen Parkplatz für Jerry zu bekommen, hätten wir nie gedacht, aber der Zion National Park hat uns eines Besseren belehrt. Der Nationalpark hat eine Größe von knapp 600km². Zum Vergleich: Er ist um einiges kleiner als beispielsweise der Grand Canyon National Park mit rund 4930km². Trotzdem wollten wir einen Tag dort verbringen – auch, weil er auf dem Weg zwischen dem Bryce Canyon und dem Grand Canyon liegt.
Wir waren gegen halb 10 da und die Parkplätze waren schon so gut wie alle belegt. Nach ewigem Hin- und Hergefahre, was uns am Ende irgendwas zwischen einer halben Stunde und einer Stunde gekostet hat, haben wir es letztendlich geschafft, Jerry gut unterzubringen.
Mit dem Shuttle-Bus haben wir erstmal eine Rundfahrt durch den Canyon gemacht und uns die ganzen Startpunkte von Wanderwegen aus dem Fenster angesehen, die wir NICHT vorhatten zu gehen.












Meine nach Amerika ausgewanderte Freundin Sabine hatte uns den „Many Pools Trail“ empfohlen, der auf der östlichen Seite des Canyons liegt und dadurch nicht so im Zentrum der Aufmerksamkeit wie die meisten anderen Wege. Nach unserer Rundfahrt sind wir also mit dem Auto zum Beginn des Wanderwegs gefahren, der laut dem Beschreibungstext aus dem Internet (das ist ja auch immer wieder eine sehr sichere Informationsquelle…) rund vier Stunden dauert und in einen Rundweg mit insgesamt sechs Stunden erweitert werden kann. Wir nehmen schon mal vorweg: Ursprünglich hatten wir überlegt, den sechsstündigen Rundweg zu machen. Aufgrund der Parkplatzsuche haben wir diesen Plan verworfen. Aber auch der angedachte vierstündige Weg lief anders als erwartet.
Erstmal mussten wir einen Parkplatz weiter parken, weil der angepeilte schon voll war. Kein Problem. Betrachten wir es einfach als Beginn des Wanderwegs. Ebenso wie die knappe Dreiviertelstunde, die wir damit verbracht haben, den Beginn des Weges zu suchen (er ist nicht offiziell ausgeschildert und Fußspuren gab es dort wirklich ÜBERALL). Als wir endlich auf die Idee kamen, ein Stück weiter zu gehen und auf der anderen Straßenseite zu suchen, haben wir auch endlich einen entsprechenden kleinen Pfad gefunden. Der führte allerdings zu einem sehr felsigen Gelände, auf dem man keine Fußspuren oder Pfade mehr erkennen konnte.
Letztendlich sind wir dem kleinen Bach gefolgt und nach rund zehn Minuten wussten wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind, auch wenn man nur ganz ab und zu ein paar Fußspuren in vereinzelten Sandflächen erkennen konnte: Der Bach führt nämlich ein Tal hinunter und sammelt sich immer in kleinen Auffangbecken – den „Many Pools“.
Wir sind dem Bach etwa eine Stunde lang bergauf gefolgt. Teilweise war der Weg einfach, teilweise führte er über recht steile und sandige Felsplatten, aber es war ein spannender Weg für uns, der viel Spaß gemacht hat! Die Aussicht nach unten sowie auch die auf die umliegenden Gesteinsformationen war genial und wir sind erst umgekehrt, als sich vor uns ein überwucherter Teil des Tals aufgetan hat. Im Internet hatten wir gelesen, dass man da am besten mit Machete rein sollte, weil man sonst nicht vorankommt, und es nicht wirklich spaßig ist. Anschließend käme dann noch ein steiler Aufstieg auf die Felsen, den wir sowieso nicht mehr eingeplant hatten. Also haben wir kehrtgemacht und sind den Weg wieder runter.




















Auf dem Hinweg ist uns übrigens, wenn überhaupt, nur eine Handvoll Menschen entgegen gekommen und das auch nur in den ersten 15 Minuten. Dann waren wir auf uns allein gestellt. Auf dem Rückweg haben wir allerdings gelegentlich jemanden getroffen, vor allem je näher wir dann an den Parkplatz kamen.





Vor der Rückfahrt sind wir noch zu einem Aussichtspunkt hoch, der aber gut frequentiert war. Oh, und ein rothaariges Mädchen hat meine unterschwellige Harry Potter Cap im Vorbeigehen mit „I love your hat!“ kommentiert 😀



Der Zion National Park hat uns zwar einige Nerven gekostet, aber insgesamt hat es sich auf jeden Fall gelohnt!
