Drücke "Enter", um den Text zu überspringen.

Pearl Harbor

Wenn wir schon in Honolulu sind, dann haben wir es uns nicht nehmen lassen, uns diesen wichtigen geschichtlichen Ort anzusehen: Pearl Harbor. Es gibt dort sehr viel zu tun, aber wir haben uns für das USS Arizona Memorial entschieden sowie das Kriegsschiff USS Missouri und das U-Boot USS Bowfin.

Das USS Arizona Memorial ist ein Gebäude, das über dem gesunkenen Kriegsschiff USS Arizona gebaut wurde und zu dem man nur mit einem Boot fahren kann. Das Schiff war am 7. Dezember 1941 von den Japanern beschossen worden und hat durch seine Explosion und den Untergang 1177 Menschen mit in den Tod gerissen. Die meisten Körper wurden niemals geborgen, darum wird die USS Arizona auch als ewiges Grab bezeichnet. Den Angriff haben damals von der Crew der USS Arizona nur rund 330 Menschen überlebt. Zwei davon leben auch heute noch, die anderen sind in der Zwischenzeit verstorben und haben die Möglichkeit bekommen, dass ihre Asche in einer Urne in der gesunkenen USS Arizona beigesetzt werden kann. Wer auf dem Schiff gedient hat, aber zum Zeit des Angriffs nicht dort stationiert war, hat die Möglichkeit, dass seine Asche über dem Schiff im Wasser verstreut wird.

Uns wurde vor Ort sehr deutlich gemacht, dass wir uns respektvoll zu verhalten haben und dass wir auf einem riesigen Friedhof stehen. Es gab keine geführte Tour und das Memorial ist auch sehr klein, aber es hat trotzdem einen sehr großen Eindruck bei uns hinterlassen.

Weil das Schiff im Hafen untergegangen ist, sieht man von oben noch Teile des Decks und kann auch ein kleines Stück in das Schiff hineinsehen (auch wenn die Dunkelheit sehr schnell jede Sicht schluckt).
Was uns ebenfalls sehr klar die Wirklichkeit dieses Unglücks vor Augen geführt hat, war, dass wir gesehen haben, wie noch immer Öl durch ein Leck im Schiff an die Wasseroberfläche dringt. Die USS Arizona wurde einen Tag vor dem Angriff auf Pearl Harbor vollgetankt, sodass auch jetzt noch Tonnen an Öl dort vorhanden sind – wohl noch genug, um weitere 500 Jahre lang auszulaufen. Allerdings wird angenommen, dass das Schiff in 100 bis 150 Jahren auseinander fällt.
Während wir so beobachtet haben, wie das Öl aufsteigt und sich auf der Meeresoberfläche verteilt, haben wir uns gefragt, wie diese Wasseroberfläche dann wohl zu diesem Zeitpunkt in 100 bis 150 Jahren aussehen wird…

Unser zweiter Stopp war das U-Boot USS Bowfin. Es war sehr spannend, ein Kriegs-U-Boot von innen zu sehen und sich zu überlegen, dass man darin theoretisch ca. 4 Monate unter Wasser mit seinen 70 bis 80 Kollegen bleiben kann – oder muss. Spannend war auch das zugehörige Museum, vor allem weil uns mal wieder bewusst geworden ist, wie anders Amerikaner im Gegensatz zu Deutschen mit dem Thema 2. Weltkrieg umgehen. Es wurde auf den Tafeln sehr viel die amerikanische Navy gelobt und all die Erfolge, die sie vollbracht hat.
Schockierend für uns war auch vor einem „Kamikaze“-Torpedo („Kaiten“) der Japaner zu stehen. Die Kaiten wurden für den Angriff gemacht. In jedem dieser Torpedos saß ein einzelner Japaner, der ihn in das feindliche Ziel gesteuert hat – allerdings konnte man, sobald man mal drin saß, die Luke nicht mehr von Innen öffnen…

Als letztes haben wir das Kriegsschiff USS Missouri besucht, auf dem am 2.9.1945 die bedingungslose Kapitulation der Japaner unterzeichnet worden war und somit der zweite Weltkrieg beendet wurde. Wir konnten durch das Schiff gehen, die Schauplätze betrachten, die Kabinen, Aufenthaltsräume und und und. Natürlich auch das Deck, wo die Kapitulation unterzeichnet worden war, und die Stelle, wo ein Kamikaze-Flieger das Schiff getroffen hat. Uns hat die USS Missouri von der Art der Ausstellung besser gefallen, da alles sachlicher und (soweit eben möglich…) neutraler dargestellt wurde als bei der US Bowfin. Auch gab es einen Bereich über die japanischen Angreifer, vor allem die Kamikaze-Flieger, und wie sie sich auf ihren letzten Einsatz vorbereitet hatten.

Der Tag war sehr interessant und informativ, allerdings müssen wir auch sagen, dass es anstrengend war, sich einen kompletten Tag mit dem Thema Krieg aus Sicht der Amerikaner zu beschäftigen. In Pearl Harbor gibt es noch viel mehr zu besichtigen, wir waren aber froh, dass wir uns „nur“ für diese drei Orte entschieden haben, die uns eine teils andere Sichtweisen auf die Dinge gezeigt haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert