Big Island, oder „Hawai’i“, wie sie eigentlich heißt, ist die größte der hawaiianischen Inseln. Sie ist etwa so groß wie alle anderen zusammengenommen. Als wir uns dafür entschieden haben, eine Insel von unserer Liste zu streichen (Hawaii ist einfach ZU teuer…), ist Kauai raus geflogen. Wären wir nämlich nach Kauai in den Norden geflogen, hätten wir dann trotzdem nochmal auf eine der anderen Inseln zurückmüssen, weil von Kauai aus keine Flüge nach Mexiko gehen; von Big Island aus kamen wir allerdings gut und billig weiter.
Big Island sollte es also sein. In Kona im Westen sind wir nach einem spannenden Flug angekommen und wollten ursprünglich zur anderen Seite der Insel, der Ostküste, zum Übernachten. Das war aber nicht möglich, weil der Weg zu lang gewesen und es zu spät geworden wäre, um noch rechtzeitig in die möglichen Unterkünfte einchecken zu können – sogar mit unserem neu gemieteten Auto „(Bloody) Mary“.

Und auch die einzige Unterkunft, die wir in der Nähe des Flughafens an der Westküste finden konnten, war ein so genanntes „Glamping“. Das ist eine Mischung aus „Glamour“ und „Camping“. Bei uns sah das so aus, dass wir fließendes Wasser und eine kleine Gemeinschaftsküche hatten, aber in einem Zelt geschlafen haben – das ein richtiges Bett hatte. Für 55 Euro pro Person eigentlich zu teuer für eine Nacht, die wir nur als Notübernachtung eingeplant hatten, aber wir hatten schließlich keine andere Wahl. Und auf Hawaii hatten wir uns an solche Preise schon gewöhnt…



Am nächsten Morgen sind wir los in den Süden. Und zwar GANZ in den Süden! Genau genommen: zum südlichsten Zipfel der USA. Unterwegs sind wir noch einen Waldpfad gegangen, der großteils aus Vulkansteinen bestand. Das war zwar sehr interessant, aber auch schwierig und hart zu laufen.


Vorbei ging es auch an einem großen Feld aus erkalteter Lava, durch dessen Gebiet die Straße führt.



Dann ging es weiter zum südlichsten Punkt der USA: Der liegt nämlich tatsächlich auf Big Island und ist voller Korallen, die hier gestrandet sind.



Direkt dort in der Nähe soll auch ein grüner Strand sein. Wir dachten uns: „Cool! Lass mal hingehen!“
Am Parkplatz zum Strand angekommen, wollte Chris nur mit Jutebeutel und ohne Wasser gehen. Wir sind ein paar Meter gegangen, bis ich ihm gesagt habe, dass ich nicht weiß, wie lang der Weg wirklich dauert, und wir vielleicht doch ein Stückchen laufen (Es war brütend heiß und strahlender Sonnenschein.). Als wir dann am Parkplatz auch noch angesprochen wurden, ob wir einen Shuttleservice zum Strand wollen („It’s 3 miles!“), hat sich Chris doch für Rucksack und Wasser entschieden. Aber ein Shuttleservice? Nein, wir kriegen das auch ohne hin! Und 3 Meilen… Wir sind doch an dem Tag erst einen Waldweg von 4 Meilen gelaufen und haben dafür eine Stunde gebraucht. 3 Meilen sollten wir also hinkriegen.
Nach etwa 20 Minuten unter dem wolkenlosen Himmel wurden wir auf dem Weg von zwei entgegenkommenden Wanderern angesprochen, wie ziemlich müde aussahen und uns gefragt haben, wie weit es denn noch sei. Und da dämmerte es uns langsam… Also hat Chris nachgesehen und wir haben rausgefunden, dass der Waldweg keine vier, sondern zwei Meilen gewesen war. Dementsprechend würde der Weg zum Strand etwa zwei Stunden in der brütenden Sonne sein! Aber umkehren wollten wir auch nicht mehr. Es gab nur noch den Weg nach vorne.
Nach eineinhalb Stunden kamen wir letztendlich wirklich am Strand an, der mit ein wenig Fantasie tatsächlich dunkelgrün schimmerte. Ich konnte es mir nicht nehmen lassen, zumindest mit den Füßen reinzugehen.





Nach etwa einer dreiviertel Stunde Entspannung haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht haben. (Fahrer am Strand: „Braucht ihr ein Shuttle?“ – kurzer Blick zwischen Chris und mir: „Nein danke, wir laufen!“) Unterwegs haben wir uns immer wieder ein bisschen gefragt, warum wir es nicht doch gemacht haben. Die Sonne war stechend, die Luft trocken und unser Wasser ist allmählich ausgegangen. Aber wir habens geschafft und sind völlig dreckig und geschafft am Auto angekommen, mit dem wir dann zu unserem Airbnb gefahren sind.
Geschlafen haben wir bei einem netten Ehepaar in einem privaten Zimmer und waren mehr als dankbar für ein funktionierendes Badezimmer, in dem als allererstes der ganze Dreck abgewaschen wurde.

