Das Mädchen und der Junge hatten beschlossen, ein letztes Mal in diesem Monat auf eine andere Insel inmitten des großen Pazifischen Ozeans zu fliegen. Hawai’i hieß sie, oder auch, um Verwirrungen zu vermeiden, „Big Island“. Nun klingt es so, als würden viele Menschen auf Big Island leben, da es so groß, genau genommen die größte Insel der Inselgruppe, ist. Dabei sind es aber nur rund 13% der Einwohner von Gesamt-Hawaii. Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich Folgendes auf ihrer Reise dorthin zutrug:
Die beiden hatten einen Flug von Maui nach Big Island gebucht. Gerade hatten sie sich von ihrer Freundin, einem anderen Mädchen aus der Heimat, verabschiedet, mit der Hoffnung, sie hinter der Sicherheitskontrolle vielleicht noch einmal wiederzusehen. Da bemerkten sie, dass der Flug der beiden gar nicht auf der Abflugliste stand. Nachfragen ergaben: Ihr Flug ging von einem anderen Terminal.
Nun denn. Sie packten ihre Sachen und machten sich auf den Weg in die angegebene Richtung.
Von Weitem sahen sie es: Ein kleines Gebäude stand dort ein wenig verloren an der Straße unweit des großen Terminals. Darin: Schalter, wie sie die beiden auch normalerweise kannten, nur kleiner. Ohne Abflugstafel und Eingangstüren. Und mit nur ein paar wenigen Sitzplätzen. Am einen Ende hing ein Schild „Gate 1“ und am anderen Ende „Gate 2“. Das sollte ihr Abflugterminal sein?

Am Schalter dann das nächste Stirnrunzeln: Man solle sich doch einmal auf die (Gepäck!-)Waage stellen, damit das Gewicht bestimmt werden könne. Das mussten sie bis jetzt noch nie!!
Aber… Nun gut.
Alles wurde bestimmt. Ihr Gepäck wurde eingecheckt. Nun standen sie also am Schalter und warteten auf ihre Tickets und Sitzplätze. Die Angestellte schüttelte aber nur den Kopf. Tickets gäbe es keine. Ihre Namen reichten.
Übrigens: Sicherheitskontrolle gab es auch keine. Weder für das aufgegebene Gepäck, noch für das Handgepäck, noch einen Körperscanner oder ähnliches.
Da fühlte man sich doch gleich sicher…
Verwirrt trotteten das Mädchen und der Junge zu zwei der wenigen Sitzplätze und warteten auf ihren Flug. Ein wenig Zeit vertrieben ihnen Henne und Hahn, die im Terminal nach Essbarem suchten.

Und dann war es soweit. Ihr Flug wurde aufgerufen. Sie begaben sich zu Gate 2 von 2. Das Gate war im Prinzip einfach nur eine Tür. Dort stand ein Mann mit einem Zettel in der Hand und rief den Namen des Jungen. Er meldete sich.
„Reihe 1.“
Der Junge nickte und stellte sich nach vorn.
Dann hörte das Mädchen ihren Namen. Ebenfalls meldete sie sich.
„Reihe 1“, hörte sie den Mann sagen und tat es dem Jungen gleich.
Sieben weitere Namen folgten. Insgesamt wurden vier Reihen verteilt.
Es ging los.
Sie folgten dem Mann über das Flugfeld und sahen ihre Maschine.
Propeller. Winzig. Direkter Einstieg über die Flugzeugleiter und einer der zwei Piloten half den Passagieren beim Einsteigen.
Das Mädchen und der Junge setzten sich in die erste Reihe hinter den Piloten, nachdem ihnen der Pilot im Flugzeug versichert hatte, dass das da vorne wirklich die erste Reihe und wirklich die Reihe für die Fluggäste war. Wenn sie wollten, hätten sie sich vorbeugen und die Tasten, Schalter und Hebel der Piloten bedienen können.
Es gab vier Reihen. Das Flugzeug war voll besetzt.
Die Tür wurde zugeklappt und der Pilot drehte sich zu ihnen um.
„Willkommen an Bord. Mein Name ist Caleb. Und das“, er deutete auf den Sitz neben sich, „ist auch Caleb.“ Leises Lachen. Dann fragt er die Passagiere: „Fliegen Sie heute nach Kona? Denn wir (zeigt auf die beiden Piloten) fliegen heute nach Kona. Ein paar Sicherheitshinweise…“ Dann erklärte er, wo die Notausgänge und die Schwimmwesten waren und ein paar Minuten später rollten sie los.
Das Mädchen und der Junge waren überrascht, wie ruhig die kleine Maschine flog. Sie verbrachten viel Zeit damit, Caleb und Caleb über die Schulter auf die Instrumente zu schauen, denn leider flogen sie bei Nacht, sodass sie nicht allzu viel von der Landschaft sehen konnten.
Eine knappe Stunde später, erreichten sie sicher Kona, Big Island, und sahen dabei zu, wie drei Gepäckstücke, zwei davon gehörten ihnen, aus dem Flugzeug gehoben und ihnen persönlich übergeben wurden. Gepäckband gab es ohnehin keins.
Das war ein Flug, den sie wohl nicht so schnell wieder vergessen würden.



