Am Nachmittag sind wir weiter nach Beppu gefahren. Es war recht weit von Takachiho, deshalb haben wir dort gleich zwei Nächte in einem recht engen 6-Bett-Zimmer verbracht. In der Unterkunft haben wir zwei Deutsche und einen Holländer kennengelernt, die uns sehr unterschiedliche Tipps zur Stadt gegeben haben. Manche haben wir angenommen, andere nicht…
Beppu ist die Onsen-Stadt Japans. Das heißt, dort gibt es ca. 170 öffentliche Bäder, da es so viele heiße Quellen gibt. Das sieht man allein schon an dem Qualm, der überall in der Stadt aufsteigt.




Am ersten Abend haben wir uns etwas günstiges für etwa 2 Euro gesucht und dort – natürlich nach Geschlechtern getrennt – in der heißen Quelle gebadet. Dafür wäscht man sich erstmal außerhalb des Beckens auf einem kleinen Hocker, bevor man dann sauber in das heiße Wasser steigt.
Tattoos sind übrigens verboten. Diese muss man im Idealfall vorher abkleben – oder man geht eben gar nicht ins Onsen. Der Grund dafür ist, dass Tattoos mit den Yakuza, der japanischen Mafia, in Verbindung gebracht werden und Japaner deshalb Tattoos recht kritisch gegenüberstehen. Mittlerweile steigt die Zahl der Onsen, die Tattoos erlauben, aber es gibt immer noch sehr viele, die es verbieten oder eben darauf bestehen, dass man sie abdeckt (was teilweise schwierig ist, da man nicht mit Handtuch oder Badekleidung ins Wasser darf).
Am zweiten Tag sind wir in was teureres gegangen (8 Euro pro Person). Dafür gab es viele verschiedene Becken, innen und außen, und einen Ruhebereich sowie einen Föhn (das ist bei den billigeren nicht selbstverständlich).


In Onsen passiert es übrigens oft, dass man von anderen Japanern angesprochen wird. Ich selbst habe noch kaum einen Onsen-Besuch schweigend verbracht. Sobald irgendjemand merkt, dass man Japanisch kann, wird dort im Wasser zusammengesessen und geschwatzt.
Sogar Chris, der kein Japanisch kann, hat diese Erfahrung schon gemacht!
Wobei ich mich gut an seinen Kommentar erinnere: „Ich hab das Gefühl, bei euch Frauen wird mehr geredet. Auf der Fähre…, Im Onsen…“
Hauptsächlich ist Beppu für seine Onsen bekannt, aber natürlich konnten wir nicht die ganze Zeit im Bad sitzen. Deshalb sind wir noch zu den „acht Höllen von Beppu“ gegangen. Bzw. nur zu zwei. Ich hatte schon fünf davon gesehen und wollte jetzt auch noch die anderen drei sehen. Die letzte war allerdings als nicht empfehlenswert online und von Einheimischen bewertet, deshalb haben wir sie ausgelassen.
Die Höllen sind heiße Quellen, in denen man nicht baden kann. Jede einzelne hat eine Besonderheit oder ist besonders angelegt. In einer z. B. werden Eier gekocht, eine hat Krokodile usw.

Überall in der Stadt gibt es übrigens auch kostenlose öffentliche Fußbäder für die strapazierten Füße!

