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Der Bamboo Train von Battambang

Nach unserer Woche Entspannung auf Koh Rong Sanloem und in Sihanoukville hat es uns in die drittgrößte Stadt Kambodschas, Battambang, verschlagen. Diesmal sind wir mit dem Kleinbus gefahren.

In Battambang haben wir wieder einmal einen Tag im Tuk Tuk verbracht mit einem Fahrer, der viel über die Region wusste und als unser Tourguide fungiert hat.

Er hat uns erst zum „Bamboo Train“ gefahren, was wir auf jeden Fall machen wollten. Das ist praktisch ein Gefährt auf Schienen, das sie erst vor unseren Augen vor Ort zusammengebaut haben. Es besteht aus zwei Achsen, einer Sitzfläche dazwischen und dem Motor mit Bremsen. An sich wurde die Strecke früher regulär als Transportstrecke genutzt, mittlerweile ist es aber nur noch eine Touristenattraktion. Man sitzt zu zweit oder zu viert plus Fahrer auf dem kleinen Wagen und fährt durch die Landschaft. Bei Gegenverkehr wird der leichtere Wagen händisch von den Gleisen gehoben. Wir sind ca. 20min hin und 20min wieder zurückgefahren. Zwischendrin gab es einen Zwischenstopp bei ein paar kleinen Shops, die natürlich ihre Waren verkaufen wollten. Auch wenn das ganze sehr touristisch war, hatten wir Spaß dabei!

Auch haben wir wieder ein paar Tempel gesehen. Zwei davon waren buddhistisch und einer war ein alter Hindu-Tempel.

Unterwegs hat unser Guide immer mal wieder an Ständen angehalten, um uns Dinge zu zeigen. Zum Beispiel haben wir uns angesehen, wie man den Teig für die traditionellen Frühlingsrollen macht, wie man Reiswein herstellt. Und es gab „Sticky Rice“, eine Art süßer Reiskuchen, zum Probieren. Zwischendurch waren wir auch kurz auf einem Fischmarkt.

Als letztes haben wir noch etwas Spannendes zu Essen probiert. Am Straßenstand gab es Ratte. Unser Fahrer hat uns erzählt, dass er das als Kind immer gegessen hat, wenn sie kein Geld hatten und dass manche Kambodschaner das auch immer noch essen. Wir dachten uns dann, dass wir das doch auch mal probieren wollen und haben uns für 44 Cent zwei Ratten gekauft. Viel Fleisch hatte man zwar nicht dran, aber sie haben ein bisschen wie Schwein geschmeckt.

Unser letzter Stopp war auf einem Hügel, wo wir ein weiteres Mal mit der Geschichte Kambodschas konfrontiert wurden. In den 70er Jahren, als Millionen von Menschen umgebracht wurden, wurde so genannte „Killing Fields“ errichtet, wo genau das passiert ist. Dort wurden die Leichen dann in Löcher geworfen und zugeschaufelt. In Battambang gibt es allerdings kein Killing Field, sondern eine „Killing Cave“. Es ist eine natürliche Höhle auf diesem besagten Hügel, an dessen Rand Menschen umgebracht und dann in das Loch geworfen wurden.

Unser Fahrer ist mit uns auf den Hügel gestiegen, weil er auch ein bisschen als Reiseführer agiert hat, und hat uns auch direkt von seiner Familie erzählt. Dass viele Menschen in seiner Familie zu dieser Zeit verschwunden sind. Evtl. sind sie sogar an diesem Ort gestorben. Es war sehr bewegend, mit jemandem zu sprechen, der das als Kind so direkt erlebt hat und von sich aus auch davon erzählt hat.

Natürlich stand oben auf dem Hügel auch wieder ein Tempel. Und ganz in der Nähe gab es auch noch ein wenig unheimliche Statuen, die gezeigt haben, was mit Menschen passiert, die kein gutes Leben führen. Diese werden nämlich in der Hölle schmoren und ewiges Leiden erleben. Davon haben wir allerdings keine Bilder gemacht.
Dort gab es außerdem noch eine alte deutsche Kanone, die aber hauptsächlich nur noch von den Affen als Klettergerüst benutzt wird.

Kurz vor Sonnenuntergang hatten wir auch noch einen schönen Ausblick auf die Umgebung.

Warum wir aber eigentlich dorthin sind: Am Fuße des Hügels gibt es neben riesigen Buddha-Statuen eine Höhle mit Fledermäusen. Zur Dämmerung fliegen sie raus, um zu jagen und kommen dann nachts gegen 3 Uhr zurück. Wir konnten uns so gar nicht vorstellen, wie das aussehen soll. Fliegen sie alle auf einmal raus und es ist nach fünf Sekunden vorbei? Und wie viele werden es sein?

Gegen 18 Uhr haben wir dann die Antworten gefunden: Millionen von diesen kleinen Tieren haben sich nacheinander ihren Weg aus der Höhle gebahnt. Es hat uns an einen Fluss erinnert – und es hat einfach nicht aufgehört! Nach etwa 20 Minuten haben wir uns vielen anderen Schaulustigen angeschlossen und sind wieder von dort aufgebrochen. Unser Fahrer hat uns erzählt, dass das etwa eine Stunde lang so geht und ungefähr drei Millionen Fledermäuse rausfliegen. Es war wirklich ein beeindruckendes Spektakel!

1 Kommentar

  1. Carmen
    Carmen 12. September 2023

    Also das war ja mal ein erlebnisreicher Ausflugstag! Ich bin total beeindruckt.
    Die Herstellung der Frühlingsrollen und des Reiskuchens ist sehr interessant, dieses Gefährt auch. Und die Sache mit den Fledermäusen unglaublich!
    Das hätte mir auch gefallen, wahrscheinlich hätte ich auch einen Bissen Ratte probiert …

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