Weil die Straßen von Sabine nach Yosemite zu dieser Jahreszeit noch gesperrt sind, mussten wir den Weg über LA nehmen, um zum Nationalpark zu kommen. Eigentlich wollten wir (auch) in den Sequoia National Park, aber der ist wegen des langen Winters noch geschlossen gewesen. Also wurde es Yosemite.
Dort haben wir uns eine Zelthütte etwa 45 Minuten vom Park entfernt gemietet, weil, wer hätte das wohl gedacht, auch die Campingplätze in Yosemite so gut wie alle wegen des langen Winters noch zu haben.


Beim Reinfahren in den Nationalpark ist uns auch gleich El Capitan aufgefallen, der wirklich sehr beeindruckend ist!



Im Park angekommen haben wir uns mit unseren Mikro-Spikes an den Füßen auf den Weg zum Vernal Fall bzw. Nevada Fall gemacht. Die eigentliche (kürzere) Route ist im Winter immer gesperrt, aber es gibt eine alternative Winterroute. Bis zum Zwischenstopp, der Vernal Falls Brücke (120 Meter Höhenunterschied), war alles gar kein Problem. Von dort aus konnte man auch schon den Vernal Fall in der Ferne sehen!



Nach der Brücke wurde es aber sehr verschneit und wir waren sehr froh, unsere Mikro-Spikes zu haben.
Es wurde immer verschneiter. Der Weg führt nach oben zum Vernal Fall (300 Meter Höhenunterschied) und anschließend zum Nevada Fall (610 Meter Höhenunterschied). Dass wir letzteren erreichen, haben wir recht bald abgeschrieben. Aber auch der Vernal Fall ist immer weiter in die Ferne gerückt. Warum? Weil es einfach so viele Schneerutsche gab, dass der Weg kaum zu erkennen war. Man sah ein paar Fußspuren, aber die wurden immer weniger. Auch wir haben irgendwann aufgeben müssen, weil es ohne einen richtigen Weg einfach viel zu steil und eisig wurde.



Also sind wir erstmal wieder runter und haben ein wenig ausgepowert den kleinen Rundweg gemacht, um den oberen und unteren Yosemite Fall zu sehen. Der Wasserfall ist übrigens der höchste Wasserfall Nordamerikas.



Aber das wäre doch gelacht, wenn wir nicht noch irgendwas Cooles hinbekommen! Nach kurzer Beratschlagung mit einer Rangerin haben wir uns gegen 15 Uhr dann noch auf den rund 5 km langen Anstieg zum Columbia Rock gemacht. Der liegt etwa auf einem Drittel Wegstrecke zum obersten Yosemite Fall und hat einen Höhenunterschied von 300 Metern. Tatsächlich war der steile Weg völlig schneefrei, sodass unsere Mikro-Spikes im Rucksack bleiben konnten. Von oben hat man eine wundervolle Sicht auf das Tal!





Aber unterwegs nach oben haben wir noch einen Tipp bekommen: Ungefähr 10 bis 20 Minuten weiter könnten wir den oberen Yosemite Fall ganz aus der Nähe sehen. Das haben wir uns nicht nehmen lassen wollen und sind los. Nach 15 Minuten, dem Platschen durch viele kleine Wasserfälle und Bäche und einem guten Stück Strecke über einen verschneiten Pfad (die Mikro-Spikes kamen wieder zum Einsatz!) sind wir dann auch tatsächlich angekommen. Und der Ausblick war phänomenal.
Man konnte den oberen Wasserfall sehen, dessen Wasser aber bevor es aufkommen konnte, zu Sprühregen und dann zu Schnee auf einem riesigen Schneeberg wurde – bevor es dann für uns an diesem Punkt nur hör- aber nicht sichtbar im unteren Wasserfall zu Boden stürzte.

Mit diesem schönen Anblick und Erfolgserlebnis ging es anschließend wieder zurück in unsere Zelthütte, wo wir uns unseren verdienten Schlaf geholt haben!
