Nachdem wir uns in Nahin zum Fuße des Wasserfalls durchgeschlagen haben, wollten wir am nächsten Tag die Konglor-Höhle besichtigen. Dafür haben wir uns ein Moped gemietet, das wir Thekla genannt haben, denn das Muster war wie ein Spinnennetz, also hat Chris vorgeschlagen, das Moped wie die Spinne aus Biene Maja zu nennen.

Bevor wir zur Konglor-Höhle gefahren sind, haben wir aber noch einen Abstecher zu einem Aussichtspunkt gemacht. Wir waren bei the Rock Viewpoint Phou Pha Marn, wo eine riesige Kalksteinlandschaft zu sehen ist. Dort kann man auch Zip-Line fahren, wir haben aber „nur“ den Rundweg gemacht. Allein der war es aber wirklich schon die Fahrt wert. Es war eine wirklich tolle Landschaft mit super Ausblick und mitten in der Natur.










Anschließend ging es dann wirklich zur Konglor-Höhle. Dort musste man an einer Station Eintritt zahlen. Mopeds kosten laut dem Schild extra, aber wir waren verwirrt, wieso wir nicht dafür zahlen mussten, obwohl wir doch mit unserer Thekla durch die Schranke sind.
Uns beiden wurde ein eigener Bootsführer zugeteilt, der uns dann in einem Boot zum anderen Ufer über einen kleinen Fluss gepaddelt hat. Dort mussten wir wieder aussteigen und beim Höhleneingang warten, bis er das nächste Boot mit Motor zusammengebaut hat. Wir waren völlig allein dort, was mal wieder gezeigt hat, dass keine Touristensaison ist. Dafür lagen unzählige unbenutzte Motoren herum, die geradezu auf Touristen gewartet haben.







Mit jeweils einer Stirnlampe ausgerüstet ging es dann in unser Gefährt und in die Dunkelheit. Nach etwa 20 Minuten sind wir auf ein Ufer gestoßen, wo wir ausgestiegen sind. Wir haben übrigens Flip Flops vom Fähr-Unternehmen bekommen, „weil es dort nass ist“. Der erste Ausstieg war tatsächlich ein sehr sandiges Ufer innerhalb der Höhle. Der Weg hat ein wenig nach oben geführt zu einem leicht beleuchteten Stück Höhle, in dem wir uns Tropfsteine ansehen konnten. Es war eine spannende Atmosphäre, denn wir waren völlig alleine dort drin und die Stille war sehr beeindruckend.



Nach dem kleinen Aufenthalt von ca. 15 Minuten sind wir wieder am Boot angekommen und sind wieder durch die dunkle Höhle gefahren. Es war wirklich stockfinster und wir haben uns mit jeder Sekunde mehr gefragt, wie der Guide so problemlos die 7km lange Strecke durch die Höhle navigieren kann. Bis wir durch die Höhle durch waren, haben wir bestimmt etwa eine Stunde gebraucht. Unsere Füße sind definitiv nass geworden – durch das Ein- und Aussteigen und durch Wasser am Boden des Langbootes. Auch von oben hat es in der Höhle immer wieder getropft und ab und zu sind wir durch leichte Stromschnellen gefahren. Aussteigen mussten wir aufgrund von zu flachem Wasser nie, auch wenn das Boot an einer Stelle nur mit Müh und Not durch eine besonders seichte Stelle gekommen ist. Online hatten wir in ein paar Artikeln gelesen, dass man manchmal aussteigen muss, aber vermutlich waren diese Leute in der Trockenzeit da.

Es war ein merkwürdiges Gefühl, wieder Tageslicht zu sehen. Als wir aus der Höhle raus waren, haben wir an einem Ufer gehalten, wo wohl normalerweise eine längere Pause eingelegt wird. Weil gerade aber keine Touristenzeit war und entsprechend wenig los war, sind wir nach fünf Minuten wieder eingestiegen und zurück in die Höhle. Das Spannende an dieser Höhle ist nämlich, dass ein Fluss komplett durchführt. Wir sind also eine Stunde lang durch einen Berg auf die andere Seite gefahren.
Auf den Rückweg haben wir auch noch einmal angehalten, um uns die Füße in der Dunkelheit zu vertreten. Diesmal gab es kein Licht außer unseren Stirnlampen. Zwar schien es irgendwie Lampen zu geben, aber die waren wohl gerade nicht in Betrieb.

Der Rückweg ging um einiges schneller, weil wir flussabwärts gefahren sind. Nach insgesamt rund zwei Stunden waren wir wieder am Ausgangspunkt. Aber auf dem Weg hatten wir in der Dunkelheit noch eine kleine Erleuchtung. Uns kamen nämlich zwei andere Boote entgegen und dort haben wir gesehen, dass jeweils ein Fahrer, ein Fahrgast und ein Moped drauf waren! Dafür war der Moped-Preis also am Anfang! Die Konglor Höhle ist eine Alternativroute auf dem Thakhek-Loop, den man normalerweise mit dem Moped macht. Also wurde die Möglichkeit eingerichtet, dass man das Moped mit aufs Boot nehmen kann.
Als wir aus der Höhle raus waren, haben wir aber gesehen, wie anstrengend es sein muss, mit dem Moped überhaupt erst bis zum Boot zu kommen. Der Strand hat tiefen Sand und ist sehr hügelig. Wir sind froh, dass wir uns das erspart haben.
Die Fahrt durch die Höhle war aber wirklich unglaublich beeindruckend! In einer solchen Dunkelheit waren wir schon lange nicht mehr. Vor allem nicht über einen so langen Zeitraum. Wir sind sehr dankbar, dass uns der Hostelbesitzer in Thakhek diesen Tipp gegeben hat.

Muss doch neben der Spannung, was einen erwartet, auch etwas unheimlich gewesen sein, mehrere Stunden (Hin- und Rückfahrt) in dieser Finsternis und – nicht auch ein bisschen langweilig und ungemütlich kühl?
Tolles Eingangsfoto!