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Es war einmal… das magische Papier

Der Junge und das Mädchen verbrachten den Winter in einem Land namens Mexiko. Schon bald sollten sie in die sagenumwobenen Vereinigten Staaten gehen. Doch zuvor entschieden sie Folgendes:

„Wir überlegen nun schon so lange, aber bald müssen wir uns entscheiden wohin wir nach unserem nächsten Land gehen!“, sagte das Mädchen.
„Du hast Recht“, stimmte der Junge zu. „Dann lass es uns entscheiden. Wir fliegen in das ferne Kuba!“
Das war zwar von ihrem nächsten Land aus nicht allzu fern, doch alles war nicht so einfach. Es musste ein magisches Papier namens Visum beschafft werden. Das konnte jedoch noch warten. Erstmal mussten sie andere Dinge entscheiden:

„Es gibt Geschichten darüber, dass man von den sagenumwobenen Vereinigten Staaten nicht direkt auf die Insel reisen darf“, merkte der Junge an.
Das Mädchen nickte. „Also müssen wir einen anderen Weg suchen.“
Sie suchten und suchten.
Letztendlich fanden sie einen. Er sollte sie in die Wälder des Landes Costa Rica führen. Über dieses Paradies wollten sie also auf die Insel namens Kuba einreisen. Es war alles entschieden. In der Zwischenzeit bereisten sie den nordamerikanischen Kontinent.

Als sie aber dort am Esstisch einer Freundin saßen, fiel es ihnen wieder ein: „Wir brauchen ja noch unser magisches Papier!“
Sie winkten kurz ab. Das hatte ja noch Zeit! Schließlich würden sie zuvor noch zwei Wochen in Costa Rica verbringen. Trotzdem machten sie sich daran herauszufinden, wie sie eigentlich daran kommen konnten.

Eine Stunde später saßen sie mit klopfenden Herzen am Tisch.
„Wir können dafür mit einer niederländischen Firma Kontakt aufnehmen, die uns das magische Papier per Postkutsche zusenden“, fasste der Junge zusammen.
„Ja, aber sie senden es nicht nach Costa Rica. Dafür aber in die Vereinigten Staaten. Von wo aus man nicht auf die Insel Reisen kann“, schloss das Mädchen ihre Erkenntnis.
Das machte keinen Sinn! Aber das waren die Fakten.

Da ihnen dieses Problem erst so spät aufgefallen war, nämlich etwa eine Woche bevor sie nach Costa Rica fliegen sollten, hatten sie keine andere Wahl als das magische Papier in ihre letzte Unterkunft auf dem nordamerikanischen Kontinent zu schicken.
Sie taten es. Warum auch nicht? Schließlich konnte dabei nichts schief gehen. Das hatten sie schon öfters gemacht.
Also informierten sie die Unterkunft dass sie einen Brief erwarteten.
Die Unterkunft stimmte dem zu.
Sie erhielten die Nachricht, dass das Papier versendet wurde.
Sie erhielten die Nachricht, dass das Papier nicht zugestellt werden konnte.

Moment, wie bitte?
Sie hatten doch extra die Unterkunft informiert!

Über ihre mobilen Endgeräte erfuhren sie, dass die Unterschrift gefehlt hatte, sie es aber noch einmal zusenden lassen konnten. Nur wer garantierte, dass sie zu diesem Zeitpunkt im Hotel waren? Wer garantierte ihnen, dass der Portier sie rufen würde?
Nein, das war viel zu unsicher. Gab es denn keine andere Möglichkeit?

Tatsächlich schafften sie es, das magische Papier umzuleiten – in einen Gemischtwarenladen in der gleichen Straße.

Ihre Angst jedoch stieg immer weiter. Es war ihre letzte Möglichkeit, das magische Papier zu erhalten. Sie fürchteten dass der wichtige Brief zurückgesendet werden könnte. Wenn irgendetwas schief ging, dann konnten sie nicht auf die kubanische Insel einreisen.

Mit schlagendem Herzen fuhren sie letztendlich in die Stadt.
Natürlich hatte der Gemischtwarenladen am Abend schon zu.
Eine weitere Nacht des Bangens also.

Am nächsten Morgen war es soweit: Sie gingen los. Als sie den Gemischtwarenladen erreichten, trauten sie sich kaum zu fragen und der Wahrheit ins Gesicht zu blicken.

„Wir haben etwas bestellt“, sagten sie über den Tresen hinweg.
„Bestellnummer?“, wurde ihnen von einem Mann entgegengeraunt.
Er erhielt sie. Und tatsächlich legte er ein kleines Päckchen auf den Tresen.

Sie konnten es nicht fassen.
Im Hotel rissen sie es auf und da war es.
Das magische Papier.
Ganze zwei Blatt davon!

Sie würden also nach all der Aufregung doch noch in das ferne Kuba einreisen!

Ein weiteres Mal hatten sie wohl ein wenig mehr Glück als Vers(t)and.
Kuba war endlich bereit von ihnen entdeckt zu werden!

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