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USA im Rückblick

Die USA sind ein großes Land und wir haben viele verschiedene Menschen getroffen und Regionen besucht. Deshalb sind unsere Erfahrungen auch sehr durchmischt. Trotzdem wollen wir versuchen, das, was uns aufgefallen ist, mal irgendwie zusammenzufassen. Hawaii haben wir übrigens schon gesondert vorgestellt.

Allgemein waren die Städte nicht so voll, wie wir erwartet haben. Es war allerdings oft schwer, dort irgendwie kostengünstig zu parken, wodurch wir uns für manche Städte nur 1-3 Stunden genommen haben.
Besonders überrascht hat uns Las Vegas. Es waren zwar viele Leute unterwegs, aber allgemein kam uns die Stadt recht leise vor. Wir hatten Musik von überall her erwartet, aber es waren hauptsächlich die Lichter, die die Stadt Nachts spannend gemacht haben.

Besonders wenn wir auf dem Highway waren, sind uns die vielen Werbeplakate für Anwälte und Versicherungsmakler aufgefallen. Menschen zu verklagen ist dort wohl wirklich ein Geschäft…
Vielleicht sollten sie eher ein Geschäft daraus machen, den Staat auf Autoschäden aufgrund der Highway-Schlaglöcher zu verklagen. Davon gibt es nämlich zahlreiche und tiefe.
Positiv hingegen waren die HOV-Lines. Das ist eine Spur, auf der man nur fahren darf, wenn man nicht alleine im Auto sitzt. So werden Fahrgemeinschaften gefördert.

In Supermärkten war es schwierig, kleine Mengen zu kaufen. Riesige Familienpackungen sind ein Ding und haben uns das Einkaufen manchmal sehr schwer gemacht. Auf der einen Seite, wollten wir Geld sparen und große Packungen nehmen, auf der anderen Seite hat das für uns beide mit ständigem Reisen und Unterbrechen der Kühlkette einfach keinen Sinn gemacht.

Und wo wir gerade von Größe sprechen: Mindestens waren die Motel-Zimmer, in denen wir waren, für vier Personen ausgelegt. Und in diesem Fall gab es dann fast immer zwei Doppelbetten!

Kulturell ist uns aufgefallen, dass alles vermischt wird. Ein gutes Beispiel ist das Rodeo-Fest, auf dem wir waren. Dort wurde (natürlich) anfangs die Nationalhymne live gesungen und unter tosendem Applaus wurde die amerikanische Flagge reingeritten. Anschließend wurde ein Gebet gesprochen – hauptsächlich wurde dabei für die Sicherheit der Teilnehmenden gebetet.
Allein bei dieser Veranstaltung hatten wir also Religion, Patriotismus, Sport und Tradition in einem.

Was Freizeit und Wandern angeht, möchten wir zum Abschluss noch zwei Dinge erwähnen: Die Einstufungen der Wanderwege sind ein wenig merkwürdig. In Neuseeland hatten wir das Gefühl, dass die Einstufungen eher an unserer Fitness angelehnt sind als in den USA. In den USA wurden Dinge als „sehr schwierig“ eingestuft, die zwar ja, anstrengend waren, aber ein „sehr“ war dann doch etwas übertrieben. Vielleicht liegt es auch daran, dass in den USA auch viele Menschen in den Touristenregionen wie dem Grand Canyon wandern gehen, die es sonst nicht tun, während in Neuseeland allgemein mehr Menschen in der Natur unterwegs sind. Dadurch könnte die Grundvoraussetzung für das Einstufen der Wanderwege eine andere sein.

Außerdem sind wir sehr froh, den Jahrespass „America – the Beautiful“ gekauft zu haben, mit dem man in alle Nationalparks reinkommt. Zuerst dachten wir „Warum einen Jahrespass für die paar Nationalparks, die wir besuchen? Wir sind doch nur 1,5 Monate da!“ Und außerdem ist das meiste, was inkludiert ist, erst in der westlichen Hälfte. Aber dann haben wir das Ganze mal durchgerechnet. Der Jahrespass für uns beide zusammen kostet 80 Dollar. Nach allem, was wir letztendlich gemacht haben, hätten wir ohne den Pass 275 Dollar gezahlt. Dabei ist nicht mit eingerechnet, wohin uns Tom aus Carlsbad mitgenommen hat, und was wir auf Hawaii für die Nationalparks ausgegeben haben. Die wären nämlich auch im Pass inkludiert gewesen, allerdings haben wir zu dem Zeitpunkt noch nicht mal gewusst, dass es sowas gibt!

Und schon sind wir unbemerkt bei den Kosten gelandet, mit denen wir dann auch gleich weitermachen können. Der Transport war natürlich relativ teuer, weil wir fast die komplette Zeit bis auf die letzten zwei Tage ein Auto hatten. Wir sind darüber aber sehr froh und haben ganze 13.000 km mit unserem kleinen Jerry zurückgelegt. Insgesamt haben wir für das Auto inkl. Tanken und Parken 1375 Euro pro Person gezahlt – für 45 Tage. An sich sind wir froh, dass wir uns am Ende gegen einen SUV entschieden haben, denn wenn man es mit dem SUV in Neuseeland vergleicht, hat uns das Auto mit Benzin und allem im Schnitt pro Tag 30 Euro gekostet, während unser Neuseeländischer Benjamin 46 Euro pro Tag gekostet hat. Bezieht man jetzt noch die letzten paar Tage San Francisco sowie alle anderen Busse und Bahnen ein, die wir in den USA genutzt haben, kommen wir auf 29 Euro Transportkosten pro Tag und Person in den USA.

Bei den Unterkünften wird es ein wenig komplizierter. Wir waren zwar 48 Nächte in den USA, haben aber nur 27 Nächte gezahlt. Die anderen Nächte waren Couchsurfing, im Auto schlafen und die Übernachtungen bei Sabine und Matt. Faktisch in unserem ganz persönlichen Fall hat uns eine Nacht also im Schnitt 17,20 Euro gekostet, aber eigentlich müssten wir die kostenlosen Unterkünfte rausrechnen, um eine sinnvolle Einschätzung zu bekommen, wie viel eine bezahlte (!) Nacht in den USA uns wirklich gekostet hat. Dabei kommen wir auf 30,60 Euro pro Nacht und Person. Hauptsächlich hatten wir dabei Doppelzimmer in Motels, weil Hostels und Mehrbettzimmer in den USA scheinbar nicht so ein Ding sind…

Und als Letztes noch die Lebensmittelkosten: 10,30 Euro pro Tag und Person. Interessant ist dabei, dass wir in Neuseeland an sich die gleichen Voraussetzungen hatten (Auto mit Kühltasche), aber trotzdem haben wir dort mit 6,35 Euro pro Tag um einiges billiger gegessen. Wir gehen davon aus, dass wir in den USA ein wenig mehr Essen waren, aber auf jeden Fall auch, dass die Lebensmittel dort einfach teurer sind.

Weil es durch die vielen Länder mittlerweile sehr unübersichtlich wird, die Ausgaben in Textform zu vergleichen, haben wir euch eine Tabelle zusammengestellt. Darin sind die Ausgaben pro Tag und pro Person aufgelistet. „Gesamt“ bedeutet die Gesamtausgaben, den wir im Schnitt für einen Tag pro Person hatten. Inkludiert ist dabei alles außer der Flug in das entsprechende Land.

Land / durchschn. Ausgaben
pro Tag und Person
TransportUnterkunft
(nur bezahlte Nächte)
Unterkunft
(inkl. kostenlosen
Übernachtungen)
LebensmittelGesamt (ohne Flug)
Südkorea3,15€17,00€17,00€8,00€40,50€
Japan12,50€18,00€18,00€8,00€55,20€
Neuseeland41,00€18,00€14,00€6,40€87,90€
Hawaii35,70€50,00€50,00€11,10€123,70€
Mexiko17,30€13,40€13,40€6,80€55,10€
USA28,90€30,60€17,20€10,30€70,50€

Übrigens: Wir haben in jedem Bundesstaat, in dem wir waren, versucht ein Foto mit dem Namen des Staates zu machen! Hier seht ihr das Ergebnis:

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