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Wo der Pfeffer wächst und der Tuk Tuk-Fahrer wohnt

Unsere Zugfahrt verlief interessant und war mal was Neues im Vergleich zu den Fernbussen. An der vorletzten Station des Zuges sind wir ausgestiegen. In Kampot hatten wir ausnahmsweise ein Hotel mit Pool reserviert, allerdings haben wir dort nicht allzu viel Zeit verbracht. Am ersten Tag ging es mit dem Tuk Tuk zu den unterschiedlichen Orten in der Umgebung. Wir hatten uns online nach Touren erkundigt, aber noch nichts gebucht. Stattdessen haben wir dann vor Ort im Hotel nachgefragt und da die Touren an sich genau gleich waren, die vom Hotel allerdings billiger, haben wir dort gebucht. Eine halbe Stunde später wurden wir auch gleich abgeholt.

Der Fahrer war sehr nett, um die 40 Jahre alt, und fragte uns, ob wir Lust haben, kurz bei ihm zu Hause vorbeizuschauen und seine Familie kennenzulernen, weil das direkt auf dem Weg läge. Wir haben zugestimmt und sind dann bei einem Haus auf dem Land angekommen, wo uns seine Frau freundlich und zwei seiner drei Söhne eher schüchtern begrüßt haben. Später kamen dann auch noch die Nachbarn, seine Schwägerin mit Sohn, vorbei und es gab frisch aus dem Garten geholte Kokosnuss zu trinken für alle! Sein Englisch war gut genug, dass wir uns gut mit ihm unterhalten konnten. Er hat erzählt, dass viele Häuser so wie seins gebaut werden, auf Stelzen, damit der Teil darunter als eine Art natürlich belüftetes Wohnzimmer dienen kann. Im Erdgeschoss gab es auch eine Küche und der ganze obere Teil des Hauses war ein großes Schlafzimmer. Er möchte gern noch einen Raum hinter der Küche anbauen, aber bis das Geld beisammen ist, dauert es wohl noch an die fünf Jahre. Er hat uns auch viel über kambodschanische Hochzeiten erzählt und dass er sich sein Englisch nur durch das Sprechen mit Touristen angeeignet hat. Außerdem hat er auch darüber gesprochen, wie er zur aktuellen Regierung steht und hat auch mehrfach die 70er Jahre erwähnt und das, was wir im Genozid-Museum nur ein paar Tage zuvor gelernt haben.

Es war wirklich schon ein spannender Tag, bevor unser Programm überhaupt richtig begonnen hatte!

Mit dem Tuk Tuk sind wir zu einer hübschen Höhle mit einem kleinen Tempel gefahren. Wir waren alleine, was dem Ganzen nochmal einen ruhigere Atmosphäre gegeben hat.

Außerdem waren wir auf einer Pfefferfarm! Zuerst wurden uns und einem weiteren Pärchen, aus England/Nepal, die Pfefferpflanzen auf dem Feld von einem Einheimischen gezeigt und dann gab es eine Pfefferverkostung. Das war sehr interessant, denn wer isst Pfeffer schon einfach nur so? Die Verkostung wurde von einem Engländer durchgeführt, der das dort freiwillig macht. Er hat sich wirklich toll mit der Materie ausgekannt und hat uns Pfeffertee, frischen eingelegten Pfeffer, weißen, schwarzen und roten Pfeffer kosten lassen und erklärt, was man wofür benutzt.

Am Brateak Krola-See vorbei sind wir ein wenig überraschend noch in die Kep-Provinz gefahren. Eigentlich dachten wir, wir würden nur zur Pfefferfarm und der Höhle fahren, so wie wir mit dem Hotel ausgemacht hatten, aber der Fahrer hat wohl einfach das übliche Paket durchgezogen und gekostet hätte es sowieso gleich viel. Deshalb haben wir zugestimmt, als er uns hingefahren hat. Außerdem war die Kep-Provinz sowieso ein Ort, wo wir ursprünglich zwei Nächte verbringen wollten, es aber gelassen haben, weil die Zeit nicht so richtig dafür da war. Jetzt haben wir sie doch noch mitnehmen können!

Dort waren wir am Pier und dem Strand sowie dem Krabben-Markt, wo wir ein wenig überraschend unser Abendessen gekauft haben: Krabben und Stachelrochen.

1 Kommentar

  1. Carmen
    Carmen 8. September 2023

    Da wäre ich gerne dabei gewesen! Sehr nett, diese privaten Kontakte.
    Aber was man so alles essen kann, habe dabei noch ein anderes Getier vor Augen …
    Ich glaube, zu Hause gibt es ein „mag ich nicht“ nicht mehr.

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