Das ist übrigens schon der dritte Rückblick-Artikel über Japan. Die anderen findet ihr hier:
- Japan im Rückblick (2022)
- Japan 2.0 im Rückblick – noch einmal in der zweiten Heimat (ohne Chris)
Da wir letztes Jahr schon einen Rückblick-Artikel über Japan geschrieben haben, gibt es diesmal nicht allzu viel zu erzählen. Wir haben allerdings ein paar Sachen anders gemacht als letztes Jahr.
Zum Beispiel haben wir zwei Unterkünfte eher „unter der Hand“ bekommen, weil wir in Tokyo und Osaka nichts gefunden haben, was unserem Wunschpreis und unserer Wunschlage entsprochen hat. Ich hatte ja in einer Art Sharehouse gewohnt, als ich die zwei Wochen allein in Tokyo war. Online war die Unterkunft zwar ausgebucht, aber ich hatte den Besitzer dann direkt angeschrieben und nach ein bisschen hin und her haben wir in einem anderen Haus des Besitzers ein Doppelzimmer bekommen. Zentral-Tokyo, 15min vom wichtigsten Bahnhof der Stadt, mit geteilter Küche und allem, für 14 Euro pro Person und Nacht. Es war sauber, wir hatten eine Klimaanlage und für uns gab es eigentlich kaum was zu meckern.
Meine Wunsch-Unterkunft in Osaka, mein altes Hostel, in dem ich gearbeitet hatte, war auch schon online ausgebucht, aber da habe ich über Kontakte auch noch zwei Zimmer ergattert.
Und wo wir schon bei den Unterkünften sind: Wir haben diesmal im Schnitt 20,50 Euro pro Person und Nacht gezahlt. Das ist ein klein wenig mehr als wir letztes Jahr gezahlt haben, allerdings waren wir diesmal auch kurzfristiger dran.


Anders gereist sind wir auf jeden Fall. Letztes Jahr hatten wir einen JR Pass, den man nur vom Ausland aus kaufen kann. Vielleicht hätten wir es irgendwie hinbekommen, ihn zu unseren Eltern schicken zu lassen, die ihn dann nach Japan geschickt hätten, aber das war uns ein wenig zu umständlich. Außerdem konnte man ja genau in der Zeit, in der wir da waren, mit den „Seishun Juuhachi Kippu“ fahren, den Tageskarten für Regionalzüge. Ich hatte dieses Ticket in meinem Auslandsjahr auch schon benutzt und gute Erfahrungen damit gemacht, also dachten wir, wir könnten es diesmal auch so machen. Fünf Tagestickets im Paket kosten insgesamt 78 Euro, also rund 15 Euro pro Tag. Damit kann man dann jeweils einen Tag lang mit den Regionalzügen so weit fahren wie man möchte. Oder aber man nimmt noch vier andere Menschen mit und fährt zu fünft einen Tag lang. In unserem Fall habe ich ein Ticket für meinen Wochenendausflug (ohne Chris) nach Osaka genutzt, die anderen vier Tickets haben wir zusammen für zwei Tage genutzt – einmal von Tokyo nach Kyoto und einmal von Kyoto nach Hiroshima. Natürlich ist man dadurch einen kompletten Tag unterwegs und für Menschen, die zum ersten Mal in Japan sind, nur begrenzt Zeit haben und sich daher so viel wie möglich ansehen wollen, würde ich sie nicht empfehlen. Dafür ist der JR Pass tatsächlich die sinnvollste Lösung. Aber um mal einen kurzen Vergleich aufzustellen: Die Strecke Tokyo nach Kyoto oder auch Kyoto nach Hiroshima kostet mit einem Tagesticket aktuell jeweils 15,65 Euro. Mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen von Tokyo nach Kyoto sind es 90 Euro und von Kyoto nach Hiroshima 75 Euro. Natürlich kommt es ganz darauf an, wie viel Stress man sich geben will (mindestens sieben Mal umsteigen muss man schon einplanen) und wie schnell man ist (ohne einen Zug zu verpassen zwischen acht und elf Stunden – mit Shinkansen hingegen zwischen eineinhalb und drei Stunden). Wir fanden es spannend, beides auszuprobieren und sehen in beidem Vor- und Nachteile.
Von Hiroshima nach Kyoto sind wir dann, weil wir keine Tagestickets mehr übrig hatten und nicht nochmal fünf kaufen wollten, mit dem Nachtbus gefahren. Hier haben wir uns tatsächlich verkalkuliert und viel zu spät gebucht, sodass nur noch ein teurer Bus für 47 Euro pro Person übrig war. Dadurch dass wir uns eine Nacht Hotel sowie einen Tag Reise gespart haben, war es an sich schon in Ordnung, aber ärgerlich. Normalerweise gibt es Nachtbusse für die Hälfte des Preises.
Als wir dann aber eingestiegen haben, haben wir verstanden, warum er so teuer war: Es war ein relativ luxuriöser Bus mit Einzelsitzen, Fußstützen, eigenem Vorhang und und und.


Wir haben rund 9 Euro pro Person und Tag für Transportmittel ausgegeben. Das ist relativ viel, aber allein der Trip zum Fuji sowie der Nachtbus von Hiroshima nach Kyoto haben uns zusammen schon rund 100 Euro pro Person gekostet, also im Schnitt 5 Euro pro Tag.
Für Lebensmittel haben wir diesmal mehr ausgegeben, was hauptsächlich an der Zeit mit Yoko und Yumi in Hiroshima lag. Dort haben wir recht teuer (aber eben auch gut!!) gegessen. Pro Tag und Person kommen wir auf 10,30 Euro.


Zum Abschluss wollen wir noch auf das Thema Corona eingehen, weil wir einen direkten Vergleich haben, wie es Ende 2022 in Japan war und wie es jetzt ist. Ich persönlich habe auf Konzerten einen großen Unterschied bemerkt. Damals musste man Maske tragen und durfte nicht rufen. Allgemein sollte man in der Halle am besten gar nicht reden. Diese Regeln gelten seit diesen Sommer nicht mehr. Es ist wieder alles erlaubt und auch Maske muss man dem Gesetz nach nicht mehr tragen. Überrascht hat uns, dass tatsächlich viele Menschen in der Öffentlichkeit keine Maske mehr tragen. Es kam mir fast vor wie vor Corona-Zeiten. Natürlich haben die Menschen in Japan auch vor Corona schon Masken getragen und dieser Anblick ist dort alles andere als ungewöhnlich. Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass so viele mit der Regel dann auch die Maske fallen lassen. „So viele“ ist aber auch vielleicht ein wenig übertrieben. Es hat immer noch ungefähr die Hälfte der Menschen z. B. in Zügen eine getragen.
Dieses Jahr Japan war tatsächlich etwas touristischer als das vergangene Jahr. Wir waren zum Beispiel am (bzw. auf dem) Fuji, im Tokyo DisneySea, bei den touristischen Tempeln in Kyoto und bei DEM Touristenspot in Hiroshima. Letztes Jahr lag unser Fokus auf der Reise über die Insel Kyushu, wo es außerhalb der Städte Fukuoka und vielleicht noch Nagasaki kaum ausländische Touristen gibt, bis hinunter zur abgelegenen Insel Yakushima.



Beides war sehr spannend und sehr unterschiedlich. Ein Programmpunkt, der in beiden Jahren gleich war, waren allerdings die 1-2 Wochen, die wir in Tokyo verbracht haben, um ein wenig zu entspannen. Außerdem, dass ich die Möglichkeit hatte, nochmal einige Freunde zu treffen, mit denen ich mich auch nicht nur auf einen Kaffee getroffen, sondern wirklich was mit ihnen unternommen habe. Gleichzeitig konnte ich Chris noch einige Dinge und Orte zeigen, die mir wichtig sind.
| Land / durchschn. Ausgaben pro Tag und Person | Transport (ohne Hinflug) | Unterkunft (nur bezahlte Nächte) | Unterkunft (inkl. kostenlose Nächte) | Lebensmittel | Gesamt (ohne Flug) |
| Südkorea | 3,15€ | 17,00€ | 17,00€ | 8,00€ | 40,50€ |
| Japan | 12,50€ | 18,00€ | 18,00€ | 8,00€ | 55,20€ |
| Neuseeland | 41,00€ | 18,00€ | 14,00€ | 6,40€ | 87,90€ |
| Hawaii | 35,70€ | 50,00€ | 50,00€ | 11,10€ | 123,70€ |
| Mexiko | 17,30€ | 13,40€ | 13,40€ | 6,80€ | 55,10€ |
| USA | 28,90€ | 30,60€ | 17,20€ | 10,30€ | 70,50€ |
| Costa Rica | 3,00€ | 16,60€ | 16,60€ | 8,20€ | 57,40€ |
| Kuba | 6,80€ | 6,40€ | 6,40€ | 7,13€ | 35,60€ |
| Schottland | 29,07€ | 32,80€ | 12,30€ | 8,25€ | 62,98€ |
| Nepal | 2,70€ | 3,90€ | 3,90€ | 4,90€ | 33,80€ |
| Taiwan | 5,10€ | 11,80€ | 10,10€ | 6,50€ | 25,00€ |
| Vietnam | 10,30€ | 21,00€ | 21,00€ | 7,40€ | 54,30€ |
| Japan (Vicky allein) | 5,40€ | 20,60€ | 17,40€ | 7,00€ | 64,10€ |
| Japan Sommer | 9,00€ | 20,50€ | 19,50€ | 10,30€ | 53,80€ |
